VIII-A-02838 It's a match: LWB-Wohnungstausch in die Tat umsetzen
Beschlussvorschlag
Der Oberbürgermeister wird beauftragt, gemeinsam mit der LWB
- bis Ende des Jahres eine Werbekampagne für das Wohnungstauschangebot aufzusetzen. Diese soll aktive Ansprache der LWB-Mieterschaft beinhalten und mittels Flyer und Aushängen in den Wohngebäuden und Nachbarschaftstreffs, sowie im Rahmen des Sozialmanagements geteilt werden. Ziel soll sein, eine Mindestanzahl 100 Wohnungstausche im Jahr zu erreichen.
- die Realisierung von Wohnungstauschen in den internen Prozessen zu priorisieren und eine aktive Vermittlung zu starten. Zu diesem Zweck wird auf der Homepage eine Tauschbörse eingerichtet. Übergangsweise kann ein Antragsformular verwendet werden, in dem Haushalte ihr Interesse bekunden können.
Begründung:
In Leipzig sind die Angebotsmieten seit 2016 um 67 % gestiegen[1]. Diese Entwicklung führt zum sogenannten Lock-in-Effekt: Viele Menschen können sich einen Umzug nicht mehr leisten – selbst dann nicht, wenn sie sich räumlich verkleinern möchten, da auch kleinere Wohnungen inzwischen teurer sind. Der Bedarf an passgenauem Wohnraum ist hoch: Aktuell leben 11,5 Millionen Menschen in Deutschland in überlegten Wohnungen - vor allem in urbanen Gebieten[2], gleichzeitig bleiben viele größere Wohnungen unterbelegt, da ein Umzug nicht leistbar ist.
Hier kann ein Wohnungstausch helfen. Ein einfaches Beispiel: Eine ältere, alleinstehende Person zieht aus einer zu großen Wohnung in eine kleinere, während eine Familie mit höherem Platzbedarf die größere Wohnung übernimmt. Der entscheidende Vorteil dieses Modells liegt darin, dass beide Parteien ihre bisherigen Kaltmieten beibehalten können. Bei einem Wohnungstausch bringt die Verkleinerung also einen geringeren Gesamtmietpreis.
Während ein Tausch auf dem freien Wohnungsmarkt kaum möglich ist, können und sollten Genossenschaften und kommunale Wohnungsunternehmen diese Option arrangieren.
Innerhalb der LWB gibt es dieses Angebot seit einigen Jahren, allerdings ist es kaum bekannt. Aktuell müssen Miethaushalte ihre Tauschpartner selbst finden, was das Verfahren erheblich erschwert. In den letzten vier Jahren wurde nur ein einziger Wohnungstausch durchgeführt, obwohl der Bedarf vorhanden ist. Eine offensivere Bewerbung und aktive Vermittlung soll den Prozess endlich zum Laufen bringen, damit die LWB als kommunaler Vermieter langfristig ein sicheres Zuhause bieten kann.
[1]BT-Drucks. 21/5005, S. 67
