VIII-F-02556 Versorgung junger Menschen ab 16 Jahren ohne eigenen Wohnraum
Mehrere frühere Anfragen der Fraktion DIE LINKE (zuletzt VIII‑F‑01740) haben gezeigt, dass junge Menschen bis 27 Jahren in Leipzig überdurchschnittlich von Wohnungslosigkeit und verdeckter Wohnungslosigkeit betroffen sind. Junge Menschen zwischen 16 und 25 Jahren sind laut aktuellen Erkenntnissen des Paritätischen Gesamtverbands zudem überdurchschnittlich von Wohnarmut betroffen, da sie einen besonders hohen Anteil ihres Einkommens für Miete aufbringen müssen (L-IZ, 18.12.2025 – Expertise des Paritätischen Gesamtverbands).
Die Stadt bestätigte in ihren Antworten u. a.:
- dass viele junge Menschen das Hilfesystem nicht erreichen und daher nicht erfasst werden,
- dass insbesondere Jugendliche, die aus Hilfen nach § 41 SGB VIII ausscheiden, besonders gefährdet sind,
- dass die Zahl junger Menschen in Notunterkünften und Straßenszenen steigt.
Der aktuelle Leipziger Sozialreport zeigt außerdem eine weitere Verschärfung des Wohnungsmarktes und steigende Wohnkostenbelastungen, die junge Menschen besonders betreffen. Obwohl der Stadtrat in den vergangenen Jahren mehrfach Beschlüsse zum Ausbau der Angebote für junge Menschen gefasst hat, bleibt unklar,
- welche Angebote tatsächlich bestehen,
- welche davon befristet sind oder ausgebaut werden,
- wie die Stadt eine langfristige Versorgungsstruktur sicherstellt
- und wie sich die beteiligten Dezernate an der Finanzierung beteiligen.
Um die gesamtstädtische Planung nachvollziehbar zu machen, stellen wir folgende Fragen:
- Wie viele junge Menschen ab 16 Jahren gelten aktuell in Leipzig als
- wohnungslos,
- von Wohnungslosigkeit bedroht oder
- ohne gesicherten eigenen Wohnraum?
(Bitte wenn möglich nach Altersgruppen 16–18, 18–21, 21–25 differenzieren.)
- Wie viele dieser jungen Menschen erhalten derzeit Transferzahlungen, bzw. sind in den letzten zwei Jahren aus diesen ausgeschieden?
- Welche konkreten niedrigschwelligen Angebote hält die Stadt aktuell für junge Menschen vor, die
- ab 16 Jahren vor, bspw. auch für junge Menschen, die aus der Jugendhilfe ausscheiden oder in Azubi-Wohnheimen wohnen müssen,
- keinen Zugang zu erwachsenenbezogenen Unterkünften haben oder
- eine sozialpädagogisch begleitete Übergangslösung benötigen?
- Welche dieser Angebote sind zeitlich befristet, und wann enden diese Befristungen? Welche Angebote verfügen über eine dauerhafte Finanzierung? (Bitte tabellarische Übersicht mit Namen, allen Kapazitäten, Hilfearten für die Altersgruppe zwischen 16 und 27 Jahren, Finanzierungsform, Hilfedauer etc.)
- Welche Strategie verfolgt die Stadt Leipzig gesamtstädtisch, um jungen Menschen ab 16 Jahren einen verlässlichen Zugang zu Wohnraum zu ermöglichen, insbesondere vor dem Hintergrund der in früheren Anfragen aufgezeigten Bedarfe und Erfassungslücken?
- Wie bewertet die Stadt die langfristige Sicherung der bestehenden Angebote, und inwiefern plant sie, wirksame niedrigschwellige Übergangsangebote strukturell und finanziell zu verstetigen oder auszubauen?
- Welche Budgetansätze im kommenden Doppelhaushalt sind, nach derzeitigem Stand, zur Stabilisierung und zum Ausbau der Angebote für junge Menschen ab 16 Jahren vorgesehen?
