VIII-F-02271 Abgerissene Kulturdenkmale in Leipzig
In der LVZ vom 16. Januar 2026 wird unter der Überschrift „Ein herber Verlust für Sachsen“ unter Bezugnahme auf zwei Kleine Anfragen des Landtagsabgeordneten Thomas Löser (Bündnis 90/Die Grünen)[1] informiert, dass in den vergangenen Jahren in Sachsen 355 Denkmale verloren gegangen sind. Schaut man sich die beiden Anfragen genauer an, wird deutlich, dass in Leipzig zwischen 2020 und 2025 insgesamt 17 Denkmale abgerissen wurden, darunter zwei ohne Genehmigung (ein Gartenpavillion, Gräfestraße 26, und ein Schmuckbrunnen, Dösner Straße 2c). Darüber hinaus ist zu lesen, dass 150 Denkmale in Leipzig vom Verfall bedroht sind, zum Vergleich Dresden: neun.
MdL Löser wird in der LVZ dahingehend zitiert, dass die Staatsregierung u. a. prüfen soll, „ob die unteren Denkmalbehörden bei Städten und Landkreisen ausreichend besetzt sind“.
Fragen an den Oberbürgermeister:
- Wie haben sich Stellenplan und Stellenbesetzung der unteren Denkmalbehörde in den letzten Jahren in Leipzig entwickelt und wie wird der aktuelle Stand der Handlungsfähigkeit der Behörde eingeschätzt?
- Wie lauten die Bezeichnungen und Standorte der 17 abgerissen Kulturdenkmale in Leipzig?
- Mit welcher Begründung wurden sie abgerissen?
- Wie konnte es geschehen, dass zwei Kulturdenkmale ohne Genehmigung abgerissen wurden und welche Konsequenzen hatte das jeweils für die Eigentümer?
- Wie lauten die Bezeichnungen und Standorte der 150 gefährdeten Kulturdenkmale in Leipzig?
- Bei welchen Objekten gibt es derzeit konkrete Aktivitäten zu ihrer Rettung?
[1] Vgl. Landtagsdrucksachen Nr. 8/4713 und Nr. 8/5013
Antwort
1. Wie haben sich Stellenplan und Stellenbesetzung der unteren Denkmalbehörde in den letzten Jahren in Leipzig entwickelt und wie wird der aktuelle Stand der Handlungsfähigkeit der Behörde eingeschätzt?
In der Abt. Denkmalpflege arbeiten 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sachgebiet Denkmalpflege. Sieben weitere Kolleginnen und Kollegen sind für Fördermittelvergabe und -abrechnung sowie die Erteilung von Bescheinigungen für die Erlangung von Steuervergünstigungen zuständig. Sämtliche Stellen sind besetzt. Durch Renteneintritt freigewordene Stellen sind in den vergangenen Jahren umgehend nachbesetzt worden.
2. Wie lauten die Bezeichnungen und Standorte der 17 abgerissen Kulturdenkmale in Leipzig?
Aus Gründen des Datenschutzes im Interesse der Eigentümer können die Standorte bzw. Adressen der abgebrochenen Denkmale nicht mitgeteilt werden.
3. Mit welcher Begründung wurden sie abgerissen?
Die Gebäude wurden abgerissen, weil die Erhaltung im Sinne des § 8 SächsDschG nicht mehr zumutbar war.
4. Wie konnte es geschehen, dass zwei Kulturdenkmale ohne Genehmigung abgerissen wurden und welche Konsequenzen hatte das jeweils für die Eigentümer?
Bei den ohne Genehmigung und ohne Kenntnis der Behörde abgebrochenen Denkmalen handelt es sich um zwei sehr kleine Baulichkeiten in historischen Privatgärten. In beiden Fällen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Die genaueren Angaben sind nachzulesen in der Beantwortung der Anfrage VIII-F-02144.
5. Wie lauten die Bezeichnungen und Standorte der 150 gefährdeten Kulturdenkmale in Leipzig?
Unter den rund 14.500 Denkmalen in der Stadt Leipzig ist eine kleine Zahl unsaniert bzw. liegt die letzte Instandsetzung mehr als 35 Jahre zurück. Die Angabe von etwa 150 „gefährdeten“ Denkmalen beruht auf einer Schätzung. Einige Gebäude stehen leer, andere werden noch genutzt, befinden sich aber augenscheinlich in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Zur Zeit befinden sich etwa 200 Objekte in Beobachtung.
Der Zustand dieser Gebäude wird von den zuständigen Kolleginnen und Kollegen der Abt. Denkmalpflege regelmäßig kontrolliert; sie stehen in den meisten Fällen mit den Eigentümern in Kontakt. In den vergangenen Jahren ist die Denkmalschutzbehörde in mehr als einhundert Fällen tätig geworden. Bei mehreren Gebäuden mussten Sicherungen angeordnet worden.
Aus Gründen des Datenschutzes im Interesse der Eigentümer und zum Schutz der Kulturdenkmale können Standorte bzw. Adressen der Denkmale nicht mitgeteilt werden.
6. Bei welchen Objekten gibt es derzeit konkrete Aktivitäten zu ihrer Rettung?
In fast allen Fällen gibt es Aktivitäten zur Erhaltung. Ausgenommen ist eine kleine Zahl mit unklaren Eigentumsverhältnissen.
