VIII-F-02141 Umgang mit wohnungslosen Menschen im Winter
In der LVZ vom 05.12.2025 wird über dir Räumung des Camps vor der Oase berichtet (Zeltplatz vor Leipziger Obdachlosenhilfe „Oase“ geräumt: „Wo sollen wir denn hin?“) Dort hatten sich Wohnungslose in Zelten niedergelassen. Derzeit sind ca. 1000 Menschen in Leipzig wohnungslos und die Zahlen steigen.
In diesem Kontext ergeben sich folgende Fragen:
- Welche (zusätzlichen) Maßnahmen plant die Stadtverwaltung für die Unterstützung und den Schutz von wohnungslosen Menschen im Winter?
- Ist die Bereitstellung von Flächen geplant wie beispielsweise eine Zeltwiese an anderem Ort, die Öffnung des Astoria-Tunnels oder weitere Notschlafstellen?
- Werden die Kapazitäten der aufsuchenden Sozialarbeit im Winter erhöht?
Antwort
1. Welche (zusätzlichen) Maßnahmen plant die Stadtverwaltung für die Unterstützung und den Schutz von wohnungslosen Menschen im Winter?
In Leipzig wird im Rahmen des Winterprogramms eine ausreichende Anzahl Betten zur Unterbringung wohnungsloser Personen vorgehalten. In den verschiedenen Einrichtungen stehen für alleinstehende Männer und Frauen täglich insgesamt 367 Plätze zur Verfügung. Diese Kapazität kann bei Bedarf kurzfristig erhöht werden.
Zur Erhöhung der Kapazitäten hat die Stadt Leipzig kurzfristig und vorübergehend eine kostenfreie Winternotschlafstelle für wohnungslose Männer in der Wiederitzscher Landstraße 8 eingerichtet. Mit den insgesamt 36 zusätzlichen Unterbringungsplätzen begegnet die Stadt dem steigenden Bedarf an Übernachtungsmöglichkeiten in der kalten Jahreszeit.
Wohnungslose Familien werden in der Regel vorübergehend in sogenannten Gewährleistungswohnungen notuntergebracht. In Leipzig stehen 140 Notwohnungen für Familien zur Verfügung. Eine weitere kurzfristige Kapazitätserhöhung wird derzeit geprüft.
Sollte die Nutzung der vorgenannten Angebote aus persönlichen Gründen abgelehnt werden, können wohnungslose Personen im Bedarfsfall einen Schlafsack und einen Nothilferucksack von den Straßensozialarbeiter/-innen oder in den Tagestreffs erhalten. Hierfür stellt das Sozialamt 188 Schlafsäcke sowie 150 Notfallrucksäcke bereit.
Zudem haben die Stadtreinigung und das Sozialamt der Stadt Leipzig eine gemeinsame Spendenaktion gestartet (September 2025 bis März 2026), um wohnungs- und obdachlose Menschen in unserer Stadt durch Sachspenden gezielt zu unterstützen. Das Sozialamt organisiert die Verteilung an die Notunterkünfte, Tagestreffs und das Streetwork.
2. Ist die Bereitstellung von Flächen geplant wie beispielsweise eine Zeltwiese an anderem Ort, die Öffnung des Astoria-Tunnels oder weitere Notschlafstellen?
Die Bereitstellung von Flächen sowie die Öffnung des Astoria-Tunnels sind nicht vorgesehen. Eine Erhöhung der Kapazitäten zur Notunterbringung erfolgt durch den Umzug des Übernachtungshauses für wohnungslose Frauen in die Georg-Schumann-Str. 268 Anfang 2026. Dadurch entstehen 24 zusätzliche Plätze. Mit der Eröffnung des Übernachtungshauses in der Kurt-Schumacher-Straße 41 werden zudem weitere 86 kostenfreie Übernachtungsplätze geschaffen. Die Eröffnung ist derzeit für Ende 2026 geplant.
3. Werden die Kapazitäten der aufsuchenden Sozialarbeit im Winter erhöht?
Die aufsuchende Sozialarbeit ist ganzjährig über das Stadtgebiet verteilt und aktiv. Die Angebote umfassen drei Streetworkteams auf der Straße, den Hilfebus und den Medibus. Eine weitere Erhöhung der Kapazitäten ist nicht vorgesehen.
