VIII-F-01990 Das neue Corporate Design der Stadt Leipzig
Nachfrage zu Anfrage VII-F-10137
Bereits im vergangenen Jahr hat der Fragesteller zur damaligen Ausschreibung zur Erstellung und Implementierung eines neuen Corporate Design (CD) angefragt (Antwort dazu VII-F-10137-AW-01). Nunmehr ist dieses erstellt, der Öffentlichkeit bekannt gemacht und verwaltungsseitig eingeführt worden.
Deshalb frage ich nach:
- Wann und an welchen Dienstleister ist der Auftrag vergeben worden?
- Welchen Leistungsumfang zu welchem Gesamtpreis hatte zum Vergabezeitpunkt der Auftrag?
- Zu welchem Gesamtpreis ist nun der Auftrag erfüllt worden und welche Mehrkosten hat der Auftragnehmer geltend gemacht bzw. sind entstanden?
- Sind mit dem neuen CD und der verwaltungsseitigen Implementierung alle Zielsetzung erfüllt worden?
- Wie läßt sich in Bezug auf die Aussage „Ein zu entwickelndes Corporate Design soll die Vielfalt der städtischen Aufgabenfelder widerspiegeln und dass Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung deutlich sichtbar nach außen transportieren“ (vgl. VII-F-10137-AW-01) der Unterschied zwischen dem alten CD und der alten Homepage und dem neuen CD sowie der neuen Homepage konkret bewerten und welche diesbezüglichen, gravierenden Defizite wies insbesondere die alte Homepage auf? (Hier insbesondere Vielfalt der Aufgabenfelder und das Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung darstellen.)
Antwort
1. Wann und an welchen Dienstleister ist der Auftrag vergeben worden?
Der Zuschlagstermin an die Firma Edenspiekermann GmbH war der 16.08.2024
2. Welchen Leistungsumfang zu welchem Gesamtpreis hatte zum Vergabezeitpunkt der Auftrag?
Der Auftrag umfasste zum Vergabezeitpunkt die Entwicklung des Corporate Designs inklusive Markenanalyse, Designentwicklung, Adaption des Designs für leipzig.de inklusive Neukonzeption der Informationsarchitektur, UX-Styleguide und Komponentenbibliothek, Prototyping (Click Dummy), User Testing und Online-Styleguide / Markenportal sowie das damit zusammenhängende Projektmanagement, die Projektkommunikation und die Produktion und Durchführung für einen Auftragswert von maximal 400.000 Euro.
3. Zu welchem Gesamtpreis ist nun der Auftrag erfüllt worden und welche Mehrkosten hat der Auftragnehmer geltend gemacht bzw. sind entstanden?
Der Auftraggeber hat den Auftrag für Gesamtkosten von rund 390.000 Euro erfüllt.
Im Leistungsbaustein zur Entwicklung des Corporate Designs nicht enthalten: die Entwicklung der Schrift sowie die Umsetzung des Designs auf Leipzig.de. Die Schrift schlug mit rund 93.000 Euro zu Buche, die Umsetzung des neuen Corporate Designs auf leipzig.de trug mit rund 114.000 Euro zur Gesamtrechnung bei. Den Kosten für die Schriftentwicklung entgegenzustellen sind langfristige Einsparungen bei den Lizenzen für eine bereits bestehende Schrift.
Der konkreten Projektphase vorausgegangen war ein Leistungsbaustein mit Beratungs- und Analysephase zur Vorbereitung der europaweiten Ausschreibung. Dort waren ursprünglich 50.000 Euro veranschlagt; hierin nicht beinhaltet war die Erstellung eines Lastenhefts für eine europaweite Ausschreibung eines neuen CD. (Es war zu Beginn des Projekts nicht klar, ob am Ende die Implementierung eins neuen CD stehen würde.) Inklusive der Kosten für das zu erstellende Lastenheft beliefen sich die Kosten letztlich 60.000.
4. Sind mit dem neuen CD und der verwaltungsseitigen Implementierung alle Zielsetzung erfüllt worden?
Die Umstellung aller Kommunikationsmittel und -Kanäle auf das neue Corporate Design soll nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen, Bestandsmaterialien sollen weiter genutzt werden, die neue Gestaltung schrittweise eingeführt werden.
Vor diesem Hintergrund hat die Gestaltung des neuen Corporate Designs mit - unter anderem - neuem Logo, erstmalig Vorgaben zu allen wesentlichen Kommunikationsmitteln, neuer Markenarchitektur der Stadt und aller ihre Regie- und Eigenbetriebe sowie die Neugestaltung und Neukonzeption der Informationsarchitektur auf leipzig.de die Zielsetzungen bisher erfüllt, ist aber längst nicht abgeschlossen. Der Prozess wird aus den geschilderten Gründen noch längere Zeit in Anspruch nehmen.
5. Wie lässt sich in Bezug auf die Aussage „Ein zu entwickelndes Corporate Design soll die Vielfalt der städtischen Aufgabenfelder widerspiegeln und dass Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung deutlich sichtbar nach außen transportieren“ (vgl. VII-F-10137-AW-01) der Unterschied zwischen dem alten CD und der alten Homepage und dem neuen CD sowie der neuen Homepage konkret bewerten und welche diesbezüglichen, gravierenden Defizite wies insbesondere die alte Homepage auf? (Hier insbesondere Vielfalt der Aufgabenfelder und das Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung darstellen.)
Grundsätzlich angemerkt: die Stadt Leipzig verfügte bisher über kein eigenes CD, sondern lediglich über einige Gestaltungsvorschriften. Das „Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung“ ließ sich so vor allem deshalb kaum transportieren, da über die Verwaltung und ihre Ämter und Referate bis hin zu Eigenbetrieben und Beteiligungsunternehmen der Stadt kein gemeinsames visuelles Erscheinungsbild festgelegt und damit auch nicht erkennbar war, wer im Namen und Auftrag der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger tätig ist.
Nicht nur auf der Website, sondern in allen Kommunikationskanälen der Stadt und ihren Unternehmen stellen wir mit der neuen Markenarchitektur künftig sicher, dass Bürgerinnen und Bürger erkennen, welche Leistungen die Stadt mit fürs Gemeinwohl erbringt. Das geschieht, indem Stadt und Vielzahl der städtischen Betriebe künftig ein gemeinsames Erscheinungsbild aufweisen. Wer ein überregional etabliertes Design hat, wie zum Beispiel das Gewandhaus oder der Zoo, wird mit einem sogenannten Endorsement, also der Einbindung des städtischen Logos, kenntlich machen, wer hinter ihnen steht: die Stadt Leipzig.
Konkret bei der Website wurde nicht nur das Design angepasst, sondern darüber hinaus die gesamte Navigationsstruktur überarbeitet. Statt wie bisher das Organigramm der Verwaltung abzubilden, orientiert sich leipzig.de nun an den Informationsbedürfnissen von Bürgerinnen und Bürgern. Die wichtigsten Serviceangebote, abgeleitet vom Nutzerverhalten, sind nach vorne gerückt.
Beide Aspekte – die transparente Darstellung der städtischen Institutionen unter einer Marke und die konsequente Nutzer- und Serviceorientierung der Website – tragen gleichermaßen dazu bei, das Selbstverständnis der Gemeinwohlorientierung wirkungsvoll zu transportieren.
