VIII-F-00428 Wie geht es 2025 weiter mit der Kleinmesse am Standort Cottaweg?
Der Kleinmesse am Cottaweg droht bei der derzeitigen Beschlusslage im Jahr 2025 bekanntlich das Aus und damit auch der Ruin dutzender Schausteller mit hunderten Mitarbeitenden.In der Leipziger Volkszeitung vom 4. November 2024 erschien zum Thema ein umfangreicher Artikel mit der Überschrift „Schausteller wollen auf der Kleinmesse Platz machen“. In diesem Beitrag wird ein großzügiges Kompromissangebot der Schausteller präsentiert: solange das geplante Parkhaus nicht steht, gibt es weniger Fahrgeschäfte und dafür mehr Raum für Parkplätze bei Heimspielen von RB (für ca. 600 Autos). In einer ersten Reaktion begrüßte die Stadtverwaltung den Vorschlag der Schausteller als „gute Übergangslösung“.
Fragen an den Oberbürgermeister:
- Welche Aktivitäten unternimmt nunmehr die Stadtverwaltung, um diese „gute Übergangslösung“ möglichst schnell umzusetzen? Sind insbesondere Gespräche mit RB Leipzig geplant bzw. haben ggf. schon begonnen?
- Hat der Oberbürgermeister überhaupt, wie gegenüber dem Stadtrat zugesagt, seinerseits Gespräche mit Kleinmesse und RB Leipzig für eine Rettung der Kleinmesse in den Jahren 2025 und 2026 gesucht und wenn ja, mit welchen Resultaten? Wenn nein, warum nicht?
- Welche aktuellen Planungen gibt es zum Parkhaus, insbesondere zur Bauzeit und den Baukosten?
- Wird die Vorlage Masterplan Stadionumfeld im Dezember in den Stadtrat zur Beschlussfassung eingebracht wie mehrmals vom Oberbürgermeister angekündigt?
Antwort
1. Welche Aktivitäten unternimmt nunmehr die Stadtverwaltung, um diese „gute Übergangslösung“ möglichst schnell umzusetzen? Sind insbesondere Gespräche mit RB Leipzig geplant bzw. haben ggf. schon begonnen?
Die Einbringung des Rahmenplans Stadionumfeld hat oberste Priorität. Nur so kann es ein weiteres, abgestimmtes Vorgehen der Verwaltungsspitze und Gespräche mit RB und dem Schaustellerverein zur Perspektive der Kleinmesse geben. Aus Sicht der Verwaltung bietet der Vorschlag des Leipziger Schaustellervereins ein vernünftiges Angebot für einen zeitlich begrenzten Kompromiss.
2. Hat der Oberbürgermeister überhaupt, wie gegenüber dem Stadtrat zugesagt, seinerseits Gespräche mit Kleinmesse und RB Leipzig für eine Rettung der Kleinmesse in den Jahren 2025 und 2026 gesucht und wenn ja, mit welchen Resultaten? Wenn nein, warum nicht?
Oberbürgermeister Burkhard Jung hat den Vorstand des Schaustellervereins am 30.04.2024 zu einem Gespräch eingeladen. Während des Gesprächs hat er den Vertretern des Schaustellervereins die Situation der vertraglichen gesicherten Parkplätze auf dem Festplatz Cottaweg dargelegt und damit verbunden die Notwendigkeit, dass die gesicherten Parkplätze während einer Nutzung des Stadions zur Verfügung stehen müssen. Gemeinsam mit dem Vorstand der Schausteller wurde eine Option besprochen, die durch Verkürzungen und Verschiebungen eine Nutzung des Festplatzes auch für die Kleinmesse möglich machen könnte, insofern der Hauptstadionnutzer dieser Option zustimmt. Als weitere Option wurde die Errichtung eines Parkhauses genannt, das die zugesicherten Stellflächen ortsnah zur Verfügung stellt und damit die Parknutzung vom Festgelände nehmen würde.
Darüber hinaus wurde besprochen, dass die Stadt Leipzig weiterhin bemüht ist, einen Alternativstandort zu lokalisieren, der langfristig Standortsicherheit für die Kleinmesse bietet.
Gespräche mit RB Leipzig haben neben telefonischen Abstimmungen persönlich im Rathaus am 13.02.2024 und 13.05.2024 stattgefunden, bei denen eben diese Kompromisslösungen besprochen wurden. RB Leipzig hat deutlich gemacht, dass man grundsätzlich bereit sei, eine Lösung zu finden, aber von der Stadt Leipzig die Einhaltung von Verträgen und damit eine Bereitstellung der zugesicherten Parkplätze auf dem Festplatz am Cottaweg oder alternativ mit einer Parkhauslösung erwarte. Die Ergebnisse der Gespräche wurden in den Rahmenplan Stadionumfeld eingearbeitet. Darüber hinaus wurde gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen ein Letter of Intent unterzeichnet, der neben dem Ausbau der Arena Leipzig, dem Bau einer Ballsporthalle auch den gemeinsam finanzierten Bau eines Parkhauses im Stadion vorsieht.
3. Welche aktuellen Planungen gibt es zum Parkhaus, insbesondere zur Bauzeit und den Baukosten?
Im Rahmen der Erstellung der Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Quarterback Immobilien Arena und des Neubaus einer Ballsporthalle ist zunächst auch am Standort Arena II der Bau eines Parkhauses und der zielführenden Kapazität dieses Parkhauses zu untersuchen. Abhängig von diesem Ergebnis wird der Stellplatzbedarf am Cottaweg zu beurteilen sein.
4. Wird die Vorlage Masterplan Stadionumfeld im Dezember in den Stadtrat zur Beschlussfassung eingebracht wie mehrmals vom Oberbürgermeister angekündigt?
Die Vorlage wird in der Ratsversammlung im Januar behandelt.
