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VIII-DF-02051 Schülerinnen und Schüler brauchen Sicherheit – Gewalttaten an Schulen in Leipzig

Fraktion Die Linke

Die LVZ berichtet in Ihrer Printausgabe vom 15. November 2025 unter der Überschrift „,Mobbing und Gewalt‘: Eltern sorgen sich nach Vorfällen an der Wiedebach-Oberschule“ über einen Offenen Brief, in dem Eltern über Gewalttaten gegen Schüler und Lehrer, hier insbesondere über einen offenbar schwerwiegenden Vorgang vom 24. Oktober 2025 berichten. (Brief und Artikel liegen als Anlage bei)

Die persönliche Sicherheit und Garantie der körperlichen Unversehrtheit sind Voraussetzungen für ein gutes Lernklima an Schulen.

Wir fragen den Oberbürgermeister:

  1. Welche Vorkommnisse und Beschwerdelagen sind in Bezug auf die Apollonia-von-Wiedebach-Schule in den vergangenen zwei Jahren bekannt geworden?
  2. Welche Schritte wurden seitens des Landesamtes für Schule und der Stadt Leipzig unternommen worden um hier vor allem im Bereich der Prävention und Krisenintervention tätig zu werden?
  3. Welche Maßnahmen haben die Schulleitung, das Landesamt für Schule und Bildung bzw. die Schulagentur sowie die Polizeidirektion Leipzig zur Verfolgung und Ahndung des Vorfalls vom 24. Oktober 2025 sowie zur Begleitung von Lernenden, Eltern und Lehrenden eingeleitet?
  4. Wie viele Gewalttaten gegen Schülerinnen und Schüler sind in den Schulen sowie im Zusammenhang mit dem Unterrichts- und Pausengeschehen in Leipzig seit 2020 bekannt und/oder aktenkundig geworden? (Bitte aufstellen nach Jahren und Schulart.)
  5. Wie viele Gewalttaten gegen Lehrerinnen und Lehrer sind in den Schulen sowie im Zusammenhang mit dem Unterrichts- und Pausengeschehen in Leipzig seit 2020 bekannt und/oder aktenkundig geworden? (Bitte aufstellen nach Jahren und Schulart.)
  6. In wie vielen Fällen sind Schülerinnen und Schüler Opfer von Mobbing geworden?
  7. In wie vielen Fällen wurden die Gewalttaten gemäß Fragen 1 und 2 zur Anzeige gebracht, in wie vielen Fällen wurden seitens der Strafverfolgungsbehörden Ermittlungsverfahren eingeleitet? (Bitte aufstellen nach Jahren, Schulart, Anzeigen und Ermittlungsverfahren.)
  8. In wie vielen Fällen gemäß Fragen 1, 2 und 3 sind Schülerinnen und Schüler mehrfach Opfer geworden?
  9. Welche Maßnahmen sind künftig zur Verhinderung solcher schweren Gewalttaten an der betroffenen Schule sowie an anderen Schulen im Stadtgebiet vorgesehen, hier vor allem im Bereich der Prävention und Krisenintervention?

Antwort

1. Welche Vorkommnisse und Beschwerdelagen sind in Bezug auf die Apollonia-von-Wiedebach-Schule in den vergangenen zwei Jahren bekannt geworden?

Bei der Stadt Leipzig wurden im Jahresverlauf 2024 und 2025 ausschließlich Graffiti und Vandalismus gemeldet. Über insgesamt vorliegende Meldungen beim Landesamt für Schule und Bildung kann keine Aussage getroffen werden. Der Stadt Leipzig liegen zwei an das Landesamt für Schule und Bildung gerichtete Anzeigen von Bedrohung vom Oktober 2025 und eine vom November 2025 vor. Ob Personen bei den Vorfällen in Zusammenhang stehen ist nicht bekannt.

2. Welche Schritte wurden seitens des Landesamtes für Schule und der Stadt Leipzig unternommen worden um hier vor allem im Bereich der Prävention und Krisenintervention tätig zu werden?

Das Landesamt für Schule und Bildung unterstützt die Schule bei der Einleitung von Maßnahmen. Im Kollegium gibt es eine Arbeitsgruppe, um verbale und körperliche Gewalt einzudämmen. Ein Termin in der Schule u. a. mit Eltern und dem Landesamt für Schule und Bildung fand am 04.12.2025 statt. Es wurden Maßnahmen zur Gewaltprävention in der Schule vereinbart.

Im Rahmen der Schulsozialarbeit fanden 2024 von 164 Gruppenangeboten 125 präventiv und 39 intervenierend statt. Acht Angebote fanden gezielt zum Thema Gewalt statt. In der Einzelfallarbeit war das Thema „Gewalt gegen andere“ und „Opfer von Gewalt“ 22 mal Thema in den Gesprächen mit der Schulsozialarbeit.  Außerdem fand schulintern im Dezember 2024 unter dem pädagogischen Personal an Schule eine Beratung zum Thema „Gewalt verstehen und vermeiden“ statt.

Schulsozialarbeit engagiert sich auch in Pausenaktionen zum Thema „Tag gegen Gewalt gegen Frauen“ oder durch die Organisation von Selbstbehauptungsangeboten und Sozialen Stunden zum Thema Anti-Mobbing im Bereich Gewaltprävention. In Kooperation mit dem Verein für Aktivität und Prävention (VAP) e.V. wurde 2024 ein Workshop zum Thema Gewaltprävention in Klassenstufe 7 und 5 und in Kooperation mit der Villa e.V. ein Theaterstück zum Thema Mobbing in Klassenstufe 8 durchgeführt. Weitere Kooperationspartner der Schulsozialarbeit sind CityKids e.V., die durch erlebnispädagogische Angebote den Klassenzusammenhalt stärken und Outlaw gGmbH mit dem Angebot „Lernkurve“, das soziale und demokratische Basiskompetenzen fördert. Auch finden regelmäßig intervenierende Konfliktgespräche mit den Fachkräften der Schulsozialarbeit statt. 14 mal wurde diesbezüglich durch Schulsozialarbeit Mediation durchgeführt.

Im Jahr 2025 fanden bislang 15 Gruppenangebote zum Thema Gewalt durch die Schulsozialarbeit statt. In Klassenstufe 5 und 7 wurde intensiv mit dem externen Partner VAP e.V. ein Projekt zur Gewaltprävention umgesetzt. Ansonsten handelt es sich bei den Gruppenangeboten um Konfliktklärungsgespräche zwischen mehreren Konfliktparteien. In der Einzelfallarbeit wurde bisher in diesem Kalenderjahr bei 14 Einzelfällen die Thematik „Opfer von Gewalt“ und „Gewalt gegen andere“ besprochen. Bei 4 Sitzungen zum Patenprojekt und zum Projekt Ehrenkodex war Schulsozialarbeit in schulinternen Arbeitsgruppen beteiligt. Schulintern nahm die Schulsozialarbeit 2025 an einer Fortbildung zum Thema „Resilienz Training“ teil.  Außerdem gab es nach dem Vorfall am 29.10. eine Personalversammlung zum Thema „Schule am Limit“ an der Schulsozialarbeit ebenfalls teilnahm.

3. Welche Maßnahmen haben die Schulleitung, das Landesamt für Schule und Bildung bzw. die Schulagentur sowie die Polizeidirektion Leipzig zur Verfolgung und Ahndung des Vorfalls vom 24. Oktober 2025 sowie zur Begleitung von Lernenden, Eltern und Lehrenden eingeleitet?

Die Schule versucht auftretende verbale und körperliche Gewalt einzudämmen und arbeitet hierbei mit der Polizei zusammen. Anzeigen wurden erstattet. Zudem wurden Gefährderansprachen durch die Polizei durchgeführt und Ermittlungen aufgenommen, da Vorfälle auch außerhalb des Schulgeländes mit schulfremden Personen auftraten. Eine Arbeitsgruppe aus Lehrern und Eltern prüft, wie das Krisenmanagement bei Bedrohungen und Gewaltvorfällen angepasst werden kann. Mit betroffenen Eltern wurden Gespräche geführt. Die Schulsozialarbeit ist begleitend involviert.

4. Wie viele Gewalttaten gegen Schülerinnen und Schüler sind in den Schulen sowie im Zusammenhang mit dem Unterrichts- und Pausengeschehen in Leipzig seit 2020 bekannt und/oder aktenkundig geworden? (Bitte aufstellen nach Jahren und Schulart.)

Hierzu existiert beim Schulträger keine Erfassung. Eine Jahresstatistik Meldungen Besonderer Vorkommnisse existiert beim Schulträger beginnend ab dem Schuljahr 2023/2024. Erfasst werden neben anderen Meldekategorien „Bedrohung/Belästigung“ und „Diskriminierende Handlungen/ Äußerungen“. Hierunter fallen Vorkommnisse zwischen Erwachsenen, zwischen Schüler/-innen oder zwischen Erwachsenen und Schüler/-innen in Schule und Hort. Aufgenommen sind zudem ausschließlich Fälle, die dem Schulträger gemeldet worden.

Schuljahr 2023/2024: 90 Meldungen in der Kategorie Bedrohung/Belästigung

Schuljahr 2024/2025: 120 Meldungen in der Kategorie Bedrohung/Belästigung

Da es sich bei Vorfällen zwischen Schüler/-innen um innere Schulangelegenheiten mit Zuständigkeit des Freistaates Sachsen handelt, wird davon ausgegangen, dass dem Schulträger nur ein Teil von Vorkommnissen angezeigt wurde. Die Statistik des Landesamtes für Schule und Bildung liegt der Stadtverwaltung nicht vor.

5. Wie viele Gewalttaten gegen Lehrerinnen und Lehrer sind in den Schulen sowie im Zusammenhang mit dem Unterrichts- und Pausengeschehen in Leipzig seit 2020 bekannt und/oder aktenkundig geworden? (Bitte aufstellen nach Jahren und Schulart.)

Siehe Antwort zur Frage 4. Die Statistik des Landesamtes für Schule und Bildung liegt der Stadtverwaltung nicht vor.

6. In wie vielen Fällen sind Schülerinnen und Schüler Opfer von Mobbing geworden?

In der Kategorie „Diskriminierende Handlungen/ Äußerungen“ liegen folgende Meldungen Besonderer Vorkommnisse vor.

Schuljahr 2023/2024:

36 Meldungen in der Kategorie Diskriminierende Handlungen/ Äußerungen

Schuljahr 2024/2025:

57 Meldungen in der Kategorie Diskriminierende Handlungen/ Äußerungen

Hierunter fallen Vorkommnisse zwischen Erwachsenen, zwischen Schüler/-innen oder zwischen Erwachsenen und Schüler/-innen sowie Sachbeschädigungen, bspw. in Form von Graffiti mit diskriminierendem Inhalt, in Schule und Hort.

Da es sich bei Vorfällen zwischen Schüler/-innen um innere Schulangelegenheiten mit Zuständigkeit des Freistaates Sachsen handelt, wird davon ausgegangen, dass dem Schulträger nur ein Teil von Vorkommnissen angezeigt wurde. Die Statistik des Landesamtes für Schule und Bildung liegt der Stadtverwaltung nicht vor.

7. In wie vielen Fällen wurden die Gewalttaten gemäß Fragen 1 und 2 zur Anzeige gebracht, in wie vielen Fällen wurden seitens der Strafverfolgungsbehörden Ermittlungsverfahren eingeleitet? (Bitte aufstellen nach Jahren, Schulart, Anzeigen und Ermittlungsverfahren.)

Hierzu liegen der Stadtverwaltung keine Informationen vor.

8. In wie vielen Fällen gemäß Fragen 1, 2 und 3 sind Schülerinnen und Schüler mehrfach Opfer geworden?

Hierzu liegen der Stadtverwaltung keine Informationen vor.

9. Welche Maßnahmen sind künftig zur Verhinderung solcher schweren Gewalttaten an der betroffenen Schule sowie an anderen Schulen im Stadtgebiet vorgesehen, hier vor allem im Bereich der Prävention und Krisenintervention?

Schulsozialarbeit wird weiterhin Einzelberatungs- und Gruppenangebote zur Prävention und Intervention unterbreiten. Darüber hinaus wird mit Prävention im Team (https://www.pit.sachsen.de/pit-in-sachsen-4006.html) an Maßnahmen gearbeitet.

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