VII-F-09816 Aktueller Stand der Leipziger Hilfepunkte
Die Leipziger Hilfepunkte bieten Menschen in Leipzig, insbesondere Kindern, einen Anlaufpunkt für Hilfegesuche. Offen ist jedoch, wie stark die Hilfepunkte bei den Leipzigerinnen und Leipzigern bekannt sind. Wir fragen daher:
- Wie hat sich die Zahl der Hilfepunkte in den letzten fünf Jahren entwickelt?
- Wie werden die Hilfepunkte aktuell beworben?
- Welche Erkenntnisse hat die Stadt Leipzig zur Nutzung der Hilfepunkte? Werden diese angenommen?
- Hat die Stadtverwaltung Erkenntnisse (bspw. Befragungen) zum Bekanntheitsgrad der Hilfepunkte?
- Welche Unterstützung erhalten die Anbieter der Hilfepunkte? Besteht für Beschäftigte (ggf. auf Nachfrage) die Möglichkeit Schulungen wahrzunehmen?
- Welche Potentiale sieht die Stadtverwaltung zur Weiterentwicklung der Hilfepunkte? Welche Schwachstellen sieht die Stadtverwaltung? Sind zukünftig Veränderungen geplant?
Antwort
1. Wie hat sich die Zahl der Hilfepunkte in den letzten fünf Jahren entwickelt?
In den letzten fünf Jahren stieg die Anzahl der Hilfepunkte um 15 Prozent von 171 auf 197 Standorte (Stand: Februar 2024).
2. Wie werden die Hilfepunkte aktuell beworben?
Aktuell bewirbt der Kommunale Präventionsrat (KPR) den Leipziger Hilfepunkt innerhalb der Netzwerke sowie bei Veranstaltungen, wie dem Tag der Kleingärtner, dem Kollefest und der Engagementmesse. Der Leipziger Hilfepunkt ist in den Kinderstadtteilplänen, die in Kooperation mit dem Leipziger Kinder- und Jugendbüro erarbeitet werden, zu finden. Alle Standorte der Leipziger Hilfepunkte sowie weitere Informationen sind im offiziellen Stadtplan der Stadt Leipzig (Inhaltsverzeichnis: Familie, Bildung und Soziales) sowie auf der Internetseite des KPR zu finden.
3. Welche Erkenntnisse hat die Stadt Leipzig zur Nutzung der Hilfepunkte? Werden diese angenommen?
Im November 2023 wurde eine Online-Umfrage zur Nutzung der Leipziger Hilfepunkte unter den teilnehmenden Einrichtungen durchgeführt. Abgefragt wurde unter anderem die Häufigkeit der Nutzung und Informationsbedarfe der Teilnehmenden. Derzeit wird die Umfrage ausgewertet.
4. Hat die Stadtverwaltung Erkenntnisse (bspw. Befragungen) zum Bekanntheitsgrad der Hilfepunkte?
Zum Bekanntheitsgrad des Leipziger Hilfepunkts liegen der Stadtverwaltung keine Erkenntnisse vor.
5. Welche Unterstützung erhalten die Anbieter der Hilfepunkte? Besteht für Beschäftigte (ggf. auf Nachfrage) die Möglichkeit Schulungen wahrzunehmen?
Teilnehmende der Aktion Leipziger Hilfepunkt erhalten nach ihrer Anmeldung grundlegende Informationen zu möglichen Hilfeleistungen, eine Übersicht relevanter Telefonnummern und anderes Material. Da die Gegebenheiten vor Ort sehr unterschiedlich sind, sind Hilfestellungen eher allgemein gehalten. Im Falle konkreter Rückfragen steht die Geschäftsstelle des KPR zu den regulären Geschäftszeiten gerne zur Verfügung.
Im Zuge der derzeit durchgeführten Überarbeitung der Initiative planen wir die Einführung eines Begrüßungspakets, das unter anderem Informationen zum Thema Erste Hilfe, Informationsmaterial für Eltern und Kinder sowie Streuartikel enthalten soll.
Schulungsmaßnahmen werden aktuell nicht angeboten. Im Rahmen der Teilnehmenden-befragung wurde kein Schulungsbedarf geäußert.
6. Welche Potentiale sieht die Stadtverwaltung zur Weiterentwicklung der Hilfepunkte? Welche Schwachstellen sieht die Stadtverwaltung? Sind zukünftig Veränderungen geplant?
Wichtigstes Kriterium für die Nutzung der Hilfepunkte ist das Wissen um deren Standorte.
Daher möchte die Stadtverwaltung zukünftig die Bekanntheit des Leipziger Hilfepunkts bei den Zielgruppen (Kinder, Eltern sowie Seniorinnen und Senioren) weiter erhöhen und auch die Zahl der Teilnehmenden erweitern. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werden Hilfeleistungen rund um das Thema Hitzeschutz ebenfalls an Bedeutung gewinnen.
Die potentiellen Unterstützungsleistungen variieren zwischen den einzelnen Hilfepunkten, da die Gegebenheiten vor Ort teilweise sehr unterschiedlich sind. So ist beispielsweise die Toilettennutzung in einer Städtischen Bibliothek eher möglich als in einem Ladengeschäft, das nur über eine Personaltoilette verfügt.
Der Leipziger Hilfepunkt ist ein Zeichen für Zivilcourage und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Aufkleber, welche die Teilnehmenden als solche kennzeichnen, sollen auch potentielle Hemmschwellen senken, um bei Bedarf um Unterstützung zu bitten. Die beispielhaft benannten Hilfestellungen sind sehr niedrigschwellig, sodass sich möglichst viele Einrichtungen an der Aktion beteiligen können. Zum Start der Aktion im Jahr 2011 waren Smartphones insbesondere bei den Zielgruppen noch nicht so weit verbreitet wie heute. Wer heute einen „kleinen Notfall“ hat, verwendet eher das Handy, als in einer teilnehmenden Praxis oder einem Ladengeschäft um Hilfe zu bitten. Mit der Aktion möchte die Stadtverwaltung den Zusammenhalt in den Stadtteilen stärken und gegenseitige Unterstützung unabhängig vom Vorhandensein technischer Hilfsmittel fördern.
