VII-F-09281 Leerstand in städtischen Wohnungen
In der LVZ erschien am 17. Oktober ein Artikel unter dem Titel "Infos für Mieter: Wo stehen in Leipzig noch Wohnungen leer?", in dem der Leerstand von Wohnungen in Leipzig und errechnet: "Nach den Regeln der Mathematik dürfte es im Stadtgebiet also gar keinen Leerstand mehr geben."
Dennoch nennt der Artikel viele Leerstände - in verschiedenen Stadtteilen und von verschiedenen Eigentümern. In der Antwort auf die Anfrage VII-F-09165 beschreibt die Stadt die Nutzung einer Leerstandsliste: "In Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt und dem Amt für Statistik und Wahlen wurde im AWS an der Erfassung nicht marktaktiver leerstehender Gebäude in einer Leerstandsliste gearbeitet. Dies wird jährlich fortgeschrieben bzw. überprüft."
Wir fragen daher:
1. Wie viele Wohnungen sind auf dieser Leerstandsliste erfasst? Wie viele sind marktaktiv und wie viele nicht? Bitte nach Stadtteilen aufschlüsseln.
2. Wie viele Wohnungen besitzt die Stadt Leipzig selber? (Beispielsweise in Gebäuden von Sporthallen usw.?) Bitte nach zuständigen Ämtern nennen.
3. Wie viele dieser Wohnungen sind derzeit genutzt und in welcher Form?
4. Für die derzeit ungenutzten Wohnungen: Sind diese potentiell marktaktiv? Weshalb stehen sie derzeit leer bzw. was steht einer Nutzung im Wege?
Antwort:
1. Wie viele Wohnungen sind auf der Leerstandsliste erfasst? Wie viele sind marktaktiv und wie viele nicht? Bitte nach Stadtteilen aufschlüsseln.
Die in der Antwort auf die Anfrage VII-F-09165 benannte Leerstandliste wurde insbesondere zum Thema der Modernisierungs- und Instandsetzungsgebote erarbeitet.
Die Liste enthält rund 240 leerstehende und verwahrloste Gebäude aus der Gründerzeit und den 1920er und 1930er Jahren. Diese Gebäude stehen vollständig leer. Die jeweilige Wohnungsanzahl wurde nicht erfasst.
Die Liste enthält nur Angaben zu Gemarkungen, nicht zu Stadtteilen.
2. Wie viele Wohnungen besitzt die Stadt Leipzig selber? (Beispielsweise in Gebäuden von Sporthallen usw.?) Bitte nach zuständigen Ämtern nennen.
Da dazu keine Statistik vorliegt, wurden für die Erstellung der Antwort das Liegenschaftsamt und das Amt für Gebäudemanagement abgefragt, letzteres im Hinblick auf Hausmeister-wohnungen in Schulen und Sporthallen. Näheres dazu in den Antworten auf die Fragen 3 und 4.
3. Wie viele dieser Wohnungen sind derzeit genutzt und in welcher Form?
Das Portfolio des Liegenschaftsamtes beinhaltet 147 Wohnungen in Leipzig. Diese Wohnungen befinden sich v.a. in den ehem. Rathäusern der eingemeindeten Stadtteile Lindenthal, Wiederitzsch und Mölkau etc. Derzeit sind 110 Wohneinheiten vermietet.
In 11 kommunalen Schulgebäuden gibt es noch sogenannte Hausmeisterwohnungen. Davon stehen derzeit vier Wohnungen leer.
In Sporthallen des Amts für Sport befinden sich noch 10 sogenannte Hausmeisterwohnungen, von denen derzeit 3 leer stehen.
4. Für die derzeit ungenutzten Wohnungen: Sind diese potentiell marktaktiv? Weshalb stehen sie derzeit leer bzw. was steht einer Nutzung im Wege?
Für die Wohnungen, welche durch das Liegenschaftsamt verwaltet wurden, gilt, dass unterjährig freigezogenen Wohnungen neu vermietet werden können. Fünf Wohneinheiten waren in einem sanierungswürdigen Zustand. Diese werden derzeit modernisiert und stehen spätestens im ersten Quartal 2024 wieder zur Neuvermietung zur Verfügung.
In einem nicht vermietungsfähigen Zustand befindet sich u.a. das Objekt Baalsdorfer Str. 65. Für diese Immobilie wird gegenwärtig ein Nutzungskonzept angefertigt. Hierfür arbeitet das Liegenschaftsamt eng mit dem Ortschaftsrat Baalsdorf sowie den ortsansässigen Vereinen zusammen. Geplant ist ein multifunktionales Raumkonzept zu entwickeln, welches neben den zu sanierenden Wohnungen künftig auch lokale Vereine berücksichtigt.
Ebenfalls leer steht das Wohnhaus Engelsdorfer Str. 257/ 259. Dieses wurde soeben in das Eigentum der Stadt Leipzig rückgeführt. Der Käufer kam seinen Investitionsverpflichtungen nicht nach. Der Kaufvertrag wurde rückabgewickelt. Da sich das Gebäude in einem desolaten Zustand befindet, werden derzeit die Schäden mittels Bauzustandsanalyse erfasst. Konkretere Aussagen können noch nicht getroffen werden.
Die Hausmeisterwohnungen in Sporthallen und Schulen werden nach Auszug der Mieter zumeist für sportliche oder schulische Zwecke umgebaut und stehen dann nicht mehr als Wohnraum zur Verfügung.
