F 601 Gedenkort Josephstraße 7
In der Josephstraße 7 lebten und arbeiteten bis zur Deportation durch die Nationalsozialisten die jüdischen Familien Reiter und Lotrowski. Beide Familien wurden in Vernichtungslager gebracht, die Reiters 1938, die Lotrowskis 1942. Keiner der überlebenden Familienmitglieder fand den Weg zurück nach Leipzig.
1991 wurde das Grundstück an die rechtmäßige Erbin und Nachfahrin der Familie Reiter rückübertragen. 1998 verlangte die Stadt Leipzig von ihr die Begleichung von Grundsteuerschulden, was sie empört zurückwies. 2006 wurde das Haus schließlich abgerissen.
Auf Initiative von AnwohnerInnen der Josephstraße in Leipzig-Lindenau entstand 2010 die Idee, das Grundstück Josephstraße 7 als Gedenkort zu gestalten. Die Initiative hat mittlerweile einen Verein gegründet, Kontakt zu den Nachfahren der Familie Reiter aufgenommen und einige Veranstaltungen und Workshops zum Vorhaben durchgeführt. Die Stadt Leipzig zeigte sich in diesem Prozess der Entstehung einer „Gedenkstätte von unten“ kooperativ.
Wir richten in diesem Zusammenhang folgende Fragen an den Oberbürgermeister:
- Wie weit ist die Umsetzung des Vorhabens „Gedenkort Josephstraße 7“ gediehen?
- Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Verein „Gedenkort Josephstraße 7"?
- Wie beabsichtigt die Stadt Leipzig, mit der Belastung durch Schulden der Eigentümer gegenüber der Stadt auf dem Grundstück umzugehen?
