Dringliche Anfrage zum Abriss der Kassenhäuschen am Stadionvorplatz
Einem LVZ-Artikel war zu entnehmen, dass mit dem Abriss des Schwimmstadions auch die Fassade am Stadionvorplatz, einschließlich der Kassenhäuschen, verschwindet. Das widerspricht Aussagen der Stadtverwaltung.
In der LVZ vom 15.3.2004 war zu lesen, dass mit dem Abriss des Schwimmstadions auch die Fassade am Stadionvorplatz, einschließlich der Kassenhäuschen, verschwindet. Das widerspricht Aussagen der Stadtverwaltung im Sportausschuss, nach denen dieses denkmalgeschützte Ensemble erhalten bleiben soll. Da der Abriss bereits begonnen hat, stellen wir folgende Dringliche Anfrage.
1. Entspricht es den Tatsachen, dass die Kassenhäuschen abgerissen werden sollen und dafür an dieser Stelle eine Mauer errichtet wird?
2. Warum werden die im Ausschuss gemachten Zusagen, dass das architektonisch wertvolle Gesamtensemble erhalten werden soll, nicht eingehalten?
3. Welchen Wert haben solche Veranstaltungen, wie die zum Planwerk Olympia 2012 mit hochkarätigen Stadtplanern, Architekten und Landschaftsplanern, wenn die Meinungen dieser Fachexperten doch nicht berücksichtigt werden (Sie sind der Meinung, die Kassenhäuschen stehen zu lassen.)?
4. Wie kann der Abriss der Kassenhäuschen noch verhindert werden? Welche Alternativen gibt es?
Anmerkung:
Die Behandlung der Dringlichen Anfrage zur Ratsversammlung am 17. März 2004 wurde mit den Stimmen der SPD- und CDU-Fraktionen abgelehnt. Aus dem Grund wurde die Anfrage mit der Bitte um schriftliche Beantwortung an den Oberbürgermeister gegeben.
Schriftliche Antwort vom 16.03.2004:Der Rückbau des ehemaligen Schwimmstadions wird zurzeit im Wege der laufenden Vergabe-ABM durchgeführt. Das Verfahren ist von der LESG beim Arbeitsamt beantragt und die benötigten baurechtlichen Genehmigungen liegen der LESG vor.
Im Vorfeld des Verfahrens wurde vom Hochbauamt im Dezember 2003 eine Studie erarbeitet, die 3 Nutzungsvarianten zur Erhaltung der Kassenanlage zum Inhalt hatte. Auf dieser Grundlage zu den Nutzungsmöglichkeiten der Kassengebäude erfolgen Abstimmungen bezüglich einer kurzfristigen Nutzung dieser Anlage sowie auch die Suche eines Investors zur Nachnutzung der Kassengebäude. Unter anderem wurde die ZSL Besitzgesellschaft angefragt. Die Gesellschaft bekundete nach wie vor Interesse, Räume in diesem Gebäudeteil zu nutzen. Sieht sich aber außerstande dies mit eigenen Investitionen umzusetzen. Dazu kommt, dass ein gewisser Flächenbedarf bereits durch zusätzliche Einbauten im Bereich des neuen Stadions abgesichert wurde.
Eine Anfrage vom HBA an das Hauptamt zu einer künftigen Verwaltungsunterbringung ergab ebenfalls keine positive Rückmeldung. Auf Grund der aktuellen Haushaltslage der Stadt Leipzig wären keine Investitionen aus städtischen Mitteln für die Sicherung oder Umnutzung der Kassenanlage möglich.
Nach Recherchen des HBA steht kein potentieller Investor für die notwendige Sanierung in einer Größenordnung von bis zu ca. 1 Mio € zur Verfügung.
Nach diesem eben geschilderten Sachstand wurde vom Dezernat Stadtentwicklung und Bau vorgeschlagen, von einer Nachnutzung der Kassengebäude Abstand zu nehmen und sie im Zusammenhang mit dem Abbruch des Schwimmstadions abzureißen. Durch den Abriss der Gebäude und der dahinterliegenden Schwimmbecken würde eine Freifläche entstehen, die einer temporären Nutzung als Grünfläche/Parkplätze zugeführt werden sollte. Über die zukünftige südliche Begrenzung des Stadionvorplatzes und die zu schaffende Raumkante sollte nochmals detailliert nachgedacht werden und eine Planung vorgelegt werden. Zwischenzeitlich sollte die Grenze durch eine Mauer erfolgen, wobei die Höhe noch festgelegt und an die Geländegegebenheiten angepasst werden sollte.
Mit der LESG ist vereinbart worden, dass die Nordtribüne und die Kassenanlage zunächst nicht abgerissen werden. Die Abrissarbeiten werden im Bereich der Schwimmbecken durchgeführt. Der Baustopp für die Kassengebäude ist bis zum 11.06.2004 aufrecht zu erhalten. In der Zwischenzeit wird das Liegenschaftsamt versuchen im Wege einer Ausschreibung, möglichst kurzfristig einen Nutzer/Investor zu finden. Danach soll entschieden werden, ob das Gebäude gesichert wird oder doch der Abriss im Rahmen der Vergabe-ABM durchgeführt wird.
In dem Artikel der Leipziger Volkszeitung vom 15.03.2004: "Architekten warnen – Stadt zerstört Ensemble des Stadionvorplatzes".
Dieses ist so nicht richtig. Die 3 Planungsgruppen, die sich mit der Erarbeitung von Plänen zur Öffnung der Alten Elster beschäftigen, haben bei einer Ortsbesichtigung am 08.03.2004 auf dem Stadionvorplatz die räumliche Situation diskutiert, jedoch in keiner Weise Empfehlungen ausgesprochen. Die Kassenanlage und das Grundstück des ehemaligen Schwimmstadions werden von der geplanten Öffnung der alten Elster lediglich tangiert. Der räumliche Abschluss des Stadionvorplatzes ist nicht das Hauptthema der Aufgabenstellung.
