Pflege ist keine persönliche, sondern eine politische Aufgabe!
Am 8. September begehen wir bundesweit den Tag der pflegenden Angehörigen. Mit diesem Aktionstag wird die wichtige – zum größten Teil unbezahlte – Arbeit vieler Menschen gewürdigt, welche sich um Verwandte und Bekannte mit Pflegebedarf kümmern. Andererseits soll dieser Tag vor allem auch der Finger in die Wunde unzureichender professioneller Pflegeversorgung legen.
Dr. Volker Külow, Sprecher für Gesundheit, Soziales und Senior*innen der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig, erklärt dazu: „Wir stehen mit dem demographischen Wandel sowie dem vorherrschenden Fachkräftemangel vor enormen Herausforderungen. Die gesellschaftlichen und familiären Strukturen haben sich verändert – viel mehr Menschen wohnen allein, können seltener auf Unterstützung aus dem direkten Umfeld zurückgreifen, wenn es nötig wird. Viele Angehörige pflegebedürftiger Personen sind oft am Limit, während professionelle Hilfe fehlt. Deshalb braucht es dringend eine politische Neuordnung der Pflege, die Familien entlastet und Fachkräfte stärkt!
Viele Angehörige pflegebedürftiger Personen sind überlastet, gutes Personal aber ist schwer zu finden. Es ist dringend notwendig, Strukturen und Verantwortlichkeiten in der Pflegeversorgung neu zu denken!“
Beate Ehms, Sprecherin für Gleichstellung der Fraktion, ergänzt: „Der Großteil der Pflegearbeit wird zumal von Frauen übernommen. Laut Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend wenden Frauen pro Tag im Durchschnitt 43,3 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer (https://gleft.de/6kL). Das umfasst Arbeiten im Haushalt und Garten, Kinderbetreuung und eben auch die Pflege von Angehörigen. Um dieses Pensum zu stemmen, arbeiten Frauen öfter in Teilzeit oder unterbrechen ihre Berufstätigkeit. Anerkennung erhalten sie dafür kaum.
Als Linke sagen wir klar:Sorgearbeit in der Gesellschaft ist keine persönliche, sondern eine politische Aufgabe!“
