Mobilität bedeutet Teilhabe für alle! Leipzig-Pass-Mobilcard für 43 Euro nicht zumutbar
Am Mittwochnachmittag verkündete die Stadtverwaltung, man wolle trotz der aktuellen schwierigen Haushaltslage am vergünstigten Deutschlandticket für Leipzig-Pass-Inhaber*innen festhalten. Mit der entsprechenden Verlängerung des Vertrages mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) um ein Jahr wird der Preis für das Ticket ab dem nächsten Jahr 43 Euro kosten.
Dazu erklärt Franziska Riekewald, Sprecherin für Mobilität der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig: „Was die Verwaltung wie ein großzügiges Zugeständnis darstellt, geht in Wahrheit scharf an der Realität vorbei. 43 Euro pro Monat sind für Haushalte mit geringem Einkommen schlicht nicht bezahlbar. Denken wir beispielsweise an eine vierköpfige Familie, kommt schnell eine Summe von 172 Euro zusammen – Geld, das viele nicht haben.
Davon abgesehen setzt sich die Verwaltung über einen auf Linke Initiative gefassten Stadtratsbeschluss aus März dieses Jahres hinweg, nach welchem der Preis für die Leipzig-Pass-Mobilcard bei 29 Euro gehalten werden sollte. Nach der Preiserhöhung des Deutschlandtickets sollte der Anteil des städtischen Zuschusses entsprechend erhöht werden.
Zur Wahrheit gehört aber auch dazu: Bund und Land kommen einmal mehr ihrer Verantwortung nicht nach. Die Kommunen werden mit den steigenden Kosten im Regenstehen gelassen. Schon jetzt ist anzunehmen, dass es nach 2026 nicht bei dem Preis von 63 Euro monatlich für das Deutschlandticket bleiben wird. Dadurch wird das Angebot stetig unattraktiver und grenzt immer mehr Personengruppen aus.
Mobilität bedeutet Teilhabe – diese wird Menschen mit geringem Einkommen immer mehr genommen. Nicht zuletzt ist das Ticket ein wichtiger Antreiber der Verkehrswende. Je mehr Menschen niedrigschwellig Zugang zum kostengünstigen ÖPNV erhalten, desto mehr Autos bleiben in ihren Garagen stehen. Genau das sollte doch in dem Interesse aller liegen.“
