KdU nicht an der Realität vorbei!
In der Ratsversammlung am 17./18. Dezember 2025 wird sich der Leipziger Stadtrat mit der Anpassung der KdU-Richtlinie ab 2026 befassen. Eine Anpassung der Werte ist hinsichtlich stetig steigender Preise für Strom, Heizung etc. sowie der aktuellen Wohnungsknappheit dringend notwendig.
Als Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig setzen wir uns seit Jahren für die realistische Anpassung der KdU-Beträge ein. Zuletzt hatte der Stadtrat in 2021 einen Linken-Antrag beschlossen, welcher die Überarbeitung des Konzepts zur Herleitung angemessener Kosten der Unterkunft und Heizung forderte (https://gleft.de/6rF).
Zu der Vorlage zur Anpassung der Richtwerte für Leistungsberechtigte hat unsere Fraktion einen Änderungsantrag eingereicht. Dr. Volker Külow, Sprecher für Gesundheit, Soziales und Senior*innen, erklärt dazu: „Die Zahl derjenigen Haushalte, in denen zwischen den anerkannten KdU und den tatsächlich an den Vermieter geschuldeten Kosten für Miete und Heizung/Warmwasser inkl. Betriebskosten eine Lücke besteht, wächst beständig. Bestand im Jahr 2022 unter den 30.550 beim Jobcenter gezählten Bedarfsgemeinschaften (BG) bei 3.536 eine Wohnkostenlücke, so stieg diese Zahl bis zum Jahr 2025 auf 4.135 an. Das ergab eine Anfrage unserer Fraktion (https://gleft.de/6rG). Hinzu kommen die Betroffenen, die beim Sozialamt registriert sind.
Auch der Anstieg der Wohnkostenlücke ist immens: Im Durchschnitt zahlten die vom Jobcenter erfassten BG in 2025 monatlich 132,20 Euro drauf. Diese Differenz müssen die Betroffenen aus den Leistungen zum Lebensunterhalt – also aus dem Regelbedarf – bezahlen. Geld, was an anderer Stelle deutlich fehlt, wodurch der Weg in die Verschuldung geebnet wird.“
Stadtrat Enrico Stange ergänzt: „Ebenfalls durch Anfragen unserer Fraktion (https://gleft.de/6rH) wurde deutlich, dass der Anteil verfügbarer Wohnungen im angemessenen Segment in Leipzig verschwindend gering ist: Im Erhebungszeitraum 2025 standen 1.089 Wohnungen zu angemessenen Kosten zur Verfügung. Dem gegenüber standen 4.693 bedürftige Haushalte, die mehr Miete bezahlten, als die ihnen zugestandenen KdU. Hinzu kommt, dass die Betroffenen in Konkurrenz mit Wohnungssuchenden höherer Einkommensgruppen stehen.
Wenn eine Versorgung am Wohnungsmarkt also nicht mehr gesichert ist, muss auf der Ebene der täglichen Praxis gehandelt werden! Solange Betroffene keine reale Chance haben, eine günstigere Wohnung zu finden und dadurch ihre Kosten zu senken, sollten das Jobcenter und das Sozialamt angehalten werden, die tatsächlichen Kosten der Unterkunft zu übernehmen.“
