Anstieg von krankheitsbedingten Ausfällen in Kita und Horten:
Mehr pädagogisches Personal ist alternativlos!
Die Ausfallzeiten wegen Krankheit in den Kindertagesstätten und Horten steigt weiter an. Das ergibt die Antwort auf die Anfrage der Linksfraktion im Stadtrat (https://gleft.de/6tv). Demnach sind die krankheitsbedingten Ausfälle in den Kita von 11 Prozent auf 11,7 Prozent und in den Horten und Betreuungsangeboten in den Förderzentren von 12 auf 13,4 Prozent gestiegen. Die Ausfallquote liegt höher als im Schnitt der gesamten Stadtverwaltung.
Konsequenz ist die Einschränkung von Öffnungszeiten und im schlimmsten Fall sogar die temporäre Schließung von Gruppen oder Einrichtungen.
Juliane Nagel, kinder- und jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion erklärt: „Unter Personalausfällen leiden Kinder, Eltern und das pädagogische Personal. Wir haben es mit einem bundesweiten Trend zu tun. Die Arbeitsbelastung in den Kita sowie langwierige oder psychische Erkrankungen nehmen zu. Die Krisen unserer Zeit und die sozialen Verhältnisse sind auch in den Kita spürbar.
Wir sehen, dass die Stadt einige Maßnahmen ergreift, um Belastungen zu reduzieren und die Gesundheit von Beschäftigten zu fördern. Eine grundlegende Entlastung werden wir aber in erster Linie mit mehr Personal schaffen. Ob es Springerpools sind, die die Stadtverwaltung nach einem Stadtratsbeschluss vom 28.1.2026 nun prüfen muss, oder eine generelle Verbesserung der personellen Ausstattung in den Kita und Horten.
Auf Druck der Linksfraktion wurden im letzten Jahr zehn besonders belastete Kita mit mehr pädagogischem Personal ausgestattet. Nun sollen auf unsere Initiative hin auch fünf Horte in diese frühkindliche Bildungsstrategie einbezogen werden. Die Hauptverantwortung für eine bessere personelle Ausstattung liegt allerdings beim Land. Wir bleiben bei unserer Forderung nach einer Erhöhung des Landeskitapauschale und der Verbesserung des Betreuungsschlüssels. Dahin weisen auch die alarmierenden Ergebnisse einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung, nach der in Sachsen 84 Prozent der Einrichtungen weniger als 60 Prozent des empfohlenen Personals haben (https://gleft.de/6tw).
Gerade vor dem Hintergrund weiter sinkender Kinderzahlen – die Geburten sanken 2025 von 4819 auf 4458 – ist es nur logisch, vorhandenes Fachpersonal zur Entlastung und Verbesserung der Betreuung einzusetzen. Investitionen in den frühkindlichen Bildungsbereich zahlen sich aus: Für Kinder, Eltern und pädagogisches Personal, für unsere Gesellschaft.“
