Absage an die Entsiegelung ist lebensbedrohlich!
In der Ratsversammlung am 1. Juli hat der Leipziger Stadtrat den Antrag der Fraktion Die Linke, „Durch Umweltschutz Kosten sparen – auf dem Weg zur Schwammstadt“ (https://gleft.de/6F5), in der Form des Verwaltungsstandpunktes abstimmen lassen und der Initiative damit im Prinzip eine Absage erteilt.
Dazu erklärt Susanne Scheidereiter, Sprecherin für Umwelt der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig: „Wer nach einer Hitzewelle, wie wir sie in unserer Stadt in den letzten Tagen erlebten, noch immer die Augen verschließt vor den Gefahren des Klimawandels, dem ist wohl kaum noch zu helfen. Dass eine Mehrheit des Rates unseren Antrag abwiegelt mit der Begründung fehlender Finanzen und mangelnden Personals, ist kurzsichtig – vor allem vor dem Hintergrund, dass eine bis zu 90-prozentige Förderung über das KfW-Programm ‚Natürlicher Klimaschutz in Kommunen‘ möglich wäre.
Die Stadt Leipzig gibt für die Oberflächenwasserbeseitigung öffentlicher Straßen, Wege und Plätze jährlich ca. 24 Millionen Euro aus – eine Summe, die stetig wächst und kritisch hinterfragt werden muss! Die Kosten sollten durch die Entsiegelung von Verkehrsflächen signifikant gesenkt werden. Das nicht zwangsläufig durch zusätzliche neue Bauvorhaben erfolgen, sondern kann auch im Zuge bereits geplanter und ohnehin umzusetzender Komplexbaumaßnahmen realisiert werden.
Die Entsiegelung von Flächen und Versickerung von Regenwasser vor Ort bietet zahlreiche ökologische Vorteile: Sie sorgt für kühlere Städte, weniger Überschwemmungen, sauberere Luft, mehr Artenvielfalt, eine bessere Grundwasserbildung und erhöht insgesamt die Klimaanpassungsfähigkeit von Städten. Die Kanalisation wird entlastet, der Katastrophenschutz wird gestärkt.
Eine konsequente Entsiegelung asphaltierter oder betonierter Flächen hätte auch erhebliche positive Auswirkungen auf die städtischen Finanzen. In Anbetracht der angespannten Haushaltslage sollten keine Möglichkeiten ungenutzt bleiben, um die Ausgabenseite der Stadt Leipzig zu reduzieren – insbesondere dann, wenn sich hierdurch zugleich weitreichende ökologische Ziele sowie Aspekte des Katastrophenschutzes verwirklichen lassen.
Diese Chance nicht zu ergreifen, ist schlichtweg lebensbedrohlich.“
