Zur Bekämpfung illegaler Graffiti
Täglich nehmen Graffiti Besitz von den Leipziger Bürgern. Beinnahe 95% Prozent davon sind Schmierereien und verletzen die Selbstbestimmtheit von Eigentümern.
Täglich nehmen Graffiti Besitz von den Leipziger Bürgern. Beinnahe 95% Prozent davon sind Schmierereien und verletzen die Selbstbestimmtheit von Eigentümern. Auf meiner heutigen Tour zur Arbeit fand ich allein 24.
Aber so einfach, wie die Vorlage glauben machen will, ist die Sache nicht.
Zu Beginn des Weges begegnet mir ausgerechnet ein Illegales welches den Namen Graffiti verdient. Es drückt den Zeitgeist zu Beginn der 90-er Jahre aus, neu gewonnene Souveränität des Bürgers mit einem inzwischen belustigtem Rückblick auf die Deutsche Demokratische Republik. Das Graffiti steht auf einer Mauer, die scheinbar nur noch durch das Graffiti zusammengehalten wird.
Auf dem Graffiti steht, besser stand: .....
"Honny, wir denken aus 10 000 km Entfernung jeden Tag an dich."
Die Normen der Sprayer sind auch nicht mehr das was sie mal waren. Aus Honny wurde Marlis, und mein lang gehegter Wunsch dieses Gebäude mit diesem Graffiti zu sanieren ist dahin.
Bald darauf kommt eine Stelle auf einer Mauer, mit den verschnörkelten Buchstaben MET. Was will mir der Künstler sagen. Die Buchstaben wiederholen sich auf dem Weg immer einmal wieder, bis die Botschaft deutlich wird, nämlich als sich die Worte auf einer neuen gut gestalteten Jalousie einer mir bekannten Bürgerin wiederfinden. Die Botschaft lautet, mir, MET, muss das Handwerk gelegt werden.
Wer das und vieles mehr erlebt, der hat den Wunsch nach Ausmerzung solcher Dinge, der Ruf nach dem Staat und der Stadt wird lauter.
Und gerade in Wahlkampfzeiten macht sich eine Vorlage gut, die den Bürger vorgaukelt es wird alles besser. Ursprünglich wollte ich hier mit Hingabe den Punkt III zitieren, statt dessen fasse ich diesen zusammen mit den Worten „Die Stadt macht alles gut“.
Selbstverständlich sollten die illegalen Graffiti beseitigt werden und die Ausführenden soweit das überhaupt möglich ist bestraft werden.
Ja eine konsequente Ergreifung und schnellere Bestrafung der Täter könnte das Übel an den Haaren packen. Für viele Täter liegt aber die Krux gerade im Geheimen. Ich glaube nicht das der Oberbür-germeister mit seinen Angestellten auf der Lauer liegen wird. Und die Schwerpunkte der Polizei liegen auch etwas anders.
Gerade deshalb ist die Prävention so wichtig. Viele der Sprayer haben selbst noch nicht gearbeitet , auch deren Familien sind häufig schon lange aus dem Wertbildungsprozess ausgeschlossen. Wo soll da die Achtung der Arbeit und der Gedanken anderer herkommen? Und wenn man einer bestimmten Situation wehrlos ausgeliefert zu sein scheint, ist man schnell geneigt mit eigenen dogmatischen Mitteln zu antworten.
Und die Prävention im Sinne einer vorbeugenden Erziehung ausschließlich der Polizei zu überlassen, halten wir für nicht ausreichend.
Bei allen Problemen die die Vorlage unserer Fraktion macht, wollen wir diese nicht verhindern. Wir wollen die Prävention auf breiten Schultern, auch bei Leuten, die das Vertrauen der potentiellen Täter haben, gelagert wissen. Stimmen Sie deshalb unserem Änderungsantrag zu.
Wie schön legale Graffiti sein können sehe ich immer wieder, wenn ich dann nach Hause fahre und die kopulierenden Katzen in der Rolf Axenstraße sehen muss oder darf.
