Wer die Bedeutung der Freien Kulturszene in Leipzig verkennt, kennt Leipzig nicht!
Zum Beschluss des Leipziger Doppelhaushalts 2025/2026 am 12. März erklärt Mandy Gehrt, Sprecherin für Kultur der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig:
„Dieses Mal war es schwer, doch trotz der angespannten Haushaltslage konnten wir 300.000 Euro erkämpfen, um die Kürzungen bei den Institutionen der Freien Szene in Höhe von 270.000 Euro zurückzunehmen und außerdem das Stolperstein-Projekt des Archivs Bürgerbewegung Leipzig e.V. zu fördern. Weitere 100.000 Euro können noch zusätzlich in weitere erinnerungskulturelle Projekte fließen.
Wir haben außerdem erreicht, dass im Jahr 2026 ein Betrag von 500.000 Euro in den Haushalt eingestellt wird, damit das neue Förderinstrument – die Basisförderung – endlich eingeführt werden und so einigen Trägern zu mehr Planungssicherheit verhelfen kann.
Mindestens 1,5 Millionen Besucher*innen nehmen jährlich an Veranstaltungen der Freien Szene teil, ca. 525.000 Menschen besuchen pro Jahr unsere Eigenbetriebe Kultur (Oper, Gewandhaus, Schauspiel, Theater der Jungen Welt und Musikschule). Schauen wir uns die Verteilung der städtischen Zuschüsse an, wird allerdings schnell die Schieflage in der Förderung klar. In 2025 wurden für die Freie Szene 11,2 Millionen Euro im Haushalt eingestellt, 270.000 Euro weniger als noch in 2024.
Die Eigenbetriebe werden in 2025 mit mindestens 104,9 Millionen Euro bezuschusst. Dreimal so viele Besucher*innen, für ca. ein Zehntel des Geldes! Die Freie Szene macht kulturelle Teilhabe dezentral in der ganzen Fläche des Stadtgebietes für verschiedenste Zielgruppen möglich. Ohne die Freie Szene wären die Ziele unseres Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes gar nicht erreichbar, denn ohne Kultur gibt es keine Entwicklung!
Wie in unseren Eigenbetrieben Kultur arbeiten auch in der Freien Kulturszene gut ausgebildete hoch spezialisierte Kulturschaffende und andere Expert*innen, die ein auskömmliches Einkommen verdient haben. Auch Freie Kulturträger und Künstler*innen haben mit den Folgen der Inflation und Mietsteigerungen zu kämpfen.
Was wir mit dem Haushaltsantrag gefordert haben, war das absolute Minimum, das ist uns bewusst. Natürlich hatten auch wir in unserem ursprünglichen Antrag mehr gefordert, aber angesichts der Haushaltslage haben wir uns mit den Fraktionen SPD und BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN in einer Neufassung auf diese Minimalforderung verständigt, damit der Haushalt genehmigungsfähig ist. Denn wir wollen die Vielfalt der Freien Szene in Leipzig erhalten!“
