Wer die Bedeutung der Freien Kulturszene in Leipzig verkennt, der kennt Leipzig nicht!
Ich habe mir die Mühe gemacht und ein paar Zahlen für Sie herausgesucht für das Jahr 2023, denn aus diesem liegen uns die Besucher*innenstatistiken der Freien Szene und unserer Eigenbetrieben Kultur vor. (Das sind: die Oper, das Gewandhaus, das Schauspiel, das Theater der Jungen Welt und die Musikschule.)
In institutionell geförderten Einrichtungen der Freien Szene fanden im Jahr 2023 29.020 Veranstaltungen statt, die von 1.003.283 Besucher*innen wahrgenommen wurden. Die Besucher*innen der Veranstaltungen aus der Projektförderung der Freien Szene konnte das Kulturamt noch nicht auswerten, schätzungsweise sind das nochmal zwischen 300.000 und 500.000 Personen. Die Veranstaltungen unserer Eigenbetriebe Kultur wurden im selben Jahr von 523.797 Personen besucht. Das ist weniger als die Hälfte der Besucher*innen der Freien Szene.
Schauen wir uns aber die städtischen Zuschüsse an: Die Eigenbetriebe Kultur wurden laut Zuschussvereinbarung im Jahr 2023 mit 103.372.100 Euro bezuschusst. Für die Freie Kulturszene hat die Stadt im selben Jahr (inklusive der Sonderdynamisierung) gerade mal 11,24 Millionen Euro ausgegeben. Mehr als doppelt so viele Besucher*innen, für ca. ein Zehntel des Geldes. Wussten Sie das? Das ist eine enorme Schieflage!
In 2024 wurden für die Freie Szene 11,503 Millionen Euro zur Verfügung gestellt und in 2025 11,239 Millionen Euro. Die Eigenbetriebe werden in 2025 mit mindestens 104,9 Millionen Euro bezuschusst. Die Freie Szene macht kulturelle Teilhabe dezentral, in der ganzen Fläche des Stadtgebietes, für verschiedenste Zielgruppen möglich. Ohne die Freie Szene wären die Ziele unseres Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes gar nicht erreichbar, denn ohne Kultur gibt es keine Entwicklung! Wie in unseren Eigenbetrieben arbeiten auch in der Freien Kulturszene gut ausgebildete hoch spezialisierte Kulturschaffende und anderen Expert*innen, die ein auskömmliches Einkommen verdient haben. Auch die Freien Kulturträger und die freien Kulturschaffenden haben mit den Folgen der Inflation und Mietsteigerungen zu kämpfen.
Was wir heute mit dem Haushaltsantrag fordern, ist das absolute Minimum. Wir fordern, dass die Kürzung zum Vorjahr zurückgenommen wird und wir fordern einen überschaubaren Betrag (500.000€), damit wir das lang versprochene neue Förderinstrument, die Basisförderung, endlich einführen können und so einigen Trägern zu mehr Planungssicherheit verhelfen können.
Natürlich hatten auch wir in unserem ursprünglichen Antrag mehr gefordert, aber angesichts der Haushaltslage haben wir uns mit anderen Fraktionen in einer Neufassung auf diese Minimalforderung verständigt, damit der Haushalt genehmigungsfähig ist.
Denn es ist niemandem geholfen, wenn wir durch sture Alleingänge, diese Genehmigung gefährden – dann kriegt nämlich niemand was.
Ich sage es noch einmal: Wer die Bedeutung der Freien Kulturszene in Leipzig verkennt, der kennt Leipzig nicht!
Ich bitte Sie, stimmen Sie unserer Minimalforderung zu!
Für die Freie Kulturszene in Leipzig! Denn sie leistet wirklich sehr viel für sehr viele Menschen!

