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Susanne Scheidereiter zum Umspannwerk auf dem Vereinsgelände des Allgemeinen Turnvereins zu Leipzig

Susanne Scheidereiter

Der Strombedarf in Leipzig steigt stetig – durch neue Gewerbeansiedlungen, Elektromobilität und Wärmepumpen, Digitalisierung sowie die KI: Unser Stromverbrauch wird sich in den nächsten Jahrzehnten mindestens verdoppeln. Ein umfänglicher Netzausbau ist also unumgänglich! Dazu gehören auch Umspannwerke, und davon werden in den nächsten 20 bis 30 Jahren noch so einige hier in Leipzig gebraucht und auch gebaut werden.

In Stötteritz ist das nun der Fall. Hier ist das Stromnetz stark ausgelastet, sodass ein neues Umspannwerk notwendig wird, um die Versorgung zukünftiger Wohn- und Gewerbeprojekte sicherzustellen. Dieses Umspannwerk muss bis 2029 ans Netz gehen, um die vom Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz reservierten Anschlusskapazitäten nicht zu verlieren. Also bereits in vier Jahren.

Deshalb besteht die konkrete Überlegung, ein Umspannwerk auf dem Vereinsgelände des ATV in Stötteritz, des „Allgemeinen Turnvereins zu Leipzig“ 1845, für ca. 32 Millionen Euro zu bauen. Die Stadt hat bereits auch andere Grundstücke bzgl. Der Bebauung überprüft.

Was auf dem ersten Blick unverständlich erscheint – ein Umspannwerk auf einem Sportplatzgelände zu bauen – ist jedoch für den Verein ein Gewinn: Er erlangt dadurch einen finanziellen Vorteil und kann somit einen zweiten Kunstrasenplatz für seine Sportler*innen realisieren.

Nun möchte die Verwaltung den Standort prüfen und einen Bebauungsplan erstellen. Jedoch gibt es hier verschiedene Einwände – des SBB Südost, einer Petentin sowie diverse Änderungsanträge verschiedener Fraktionen, die das Unterfangen in Frage stellen.

Doch fand hier wirklich eine „Hinterzimmertür- Planung“ statt? Hätte die Bevölkerung früher eingebunden werden müssen? Wurden wirklich andere Flächen geprüft?

Die Planungen für das Umspannwerk Stötteritz laufen seit 2023. Anfang 2025 wurde der SBB Südost informiert. Dieses knappe Verfahren ist nicht unüblich, denn vorher wurden mögliche zehn andere Standorte untersucht und nur drei in die enge Auswahl genommen. Das heißt, die anderen sieben waren schlicht und ergreifend ungeeignet. Mit dem ATV wurde schließlich in Verhandlung gegangen, weil aus der Sicht der Netz Leipzig GmbH und der Verwaltung keine besser geeignete Fläche im möglichen Suchraum zur Verfügung steht. 

Das gilt auch für die zwischenzeitlich durch den SBB Südost bzw. den Bürgerverein Stötteritz benannten Flächen. Und auch Garagenhöfe sollten meiner Meinung nach nicht immer reflexartig in die Runde geworfen werden. Natürlich sind Garagenhöfe städtischer Grund, aber auch ein Relikt spezifisch ostdeutscher Stadtentwicklung und auf jeden Fall sozialer, also der Gemeinschaft dienlicher, als ein Umspannwerk. Hier ist ein sensibler Umgang mit dem Thema angesagt.

Wir als die Fraktion Die Linke werden den Antrag des SBB Südost ablehnen und uns an den Verwaltungsstandpunkt halten. Dieser wird den Garagenhof Holzhäuser Straße als Alternative prüfen, sofern der Standort auf dem Areal des ATV e.V. im Ergebnis des Genehmigungsverfahren nicht umsetzbar ist. 

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