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Susanne Scheidereiter zum Pilotprojekt für die Wärmewende in der Südvorstadt (Kopie 1)

Susanne Scheidereiter

Ein Blick auf die Zahlen macht die Bedeutung der Wärmewende deutlich: Im Jahr 2020 lag der gesamtstädtische Endenergieverbrauch in Leipzig bei knapp 10.000 Gigawattstunden. Rund 60 Prozent davon entfielen auf die Wärmeerzeugung.

Gleichzeitig verursachte Leipzig in diesem Jahr nahezu drei Millionen Tonnen CO₂. Etwa 46 Prozent dieser Treibhausgasemissionen gehen allein auf die Wärmeversorgung zurück. Noch immer wird diese überwiegend über das Fernwärme- und Gasnetz sichergestellt – ein deutliches Signal dafür, wie groß der Handlungsbedarf ist.

Wie wichtig eine sichere und vor allem bezahlbare Wärmeversorgung ist, hat sich besonders in den Jahren 2022 und 2023 gezeigt. Der rasante Anstieg der Gas- und Ölpreise führte in kurzer Zeit zu erheblichen Mehrbelastungen bei den Heizkosten. Wenn der Preisanstieg auch wieder langsamer wurde, er ist nicht vorbei und die Prognosen sagen eindeutig, dass die Heizkosten weiter steigen, angesichts der Wohnkosten für die meisten Haushalte kaum vorstellbar. Ein schrittweiser, vorausschauender Umbau der Wärmeversorgung ist daher notwendig, um solchen Preisschocks künftig wirksam entgegenzuwirken.

Dazu hat die Stadt Leipzig den Wärmeplan erstellt. Dieser bietet der Kommune zahlreiche Vorteile. Er ermöglicht eine effizientere und nachhaltigere Wärmeversorgung, indem er die Nutzung erneuerbarer Energien fördert und somit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert. 

Durch die detaillierte Analyse des Wärmebedarfs sowie der vorhandenen Wärmequellen können passende Technologien für verschiedene Stadtgebiete identifiziert werden. Dies erleichtert die Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten, senkt langfristig die Kosten und erhöht die Versorgungssicherheit.

Verbunden ist dieser Prozess des Umbaus aber auch mit enormen Kosten sowie Verunsicherung seitens der Bevölkerung. Wer wird den Prozess finanzieren? Welche Förderkulissen werden sich auftun? Gibt es Planungssicherheit für Hausbesitzerinnen, die nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werde können und sich dezentral versorgen müssen, also bspw. Wärmepumpen brauchen?

Hier braucht es vor allem also Planungssicherheit für die Verbraucherinnen! Gerade auch bei der Zusicherung von Übergangsfristen für den Austausch sowie verbindliche Verträge mit den Stadtwerken, die zukünftige Fernwärmeanschlüsse garantieren sollten.

Bei der notwendigen energetischen Sanierung der Gebäude sollten die Eigentümerinnen durch zusätzliche Maßnahmen wie dem „Sanierungssprint“ unterstützt werden. Die serielle Sanierung ist nicht nur günstiger, sondern auch wesentlich effizienter. Vieles muss dabei nicht neu erfunden werden, sondern kann auf mehrere Gebäude übertragen werden. So können die Lasten besser verteilt und Synergieeffekte genutzt werden.

Das Pilotquartier im Leipziger Süden nimmt hierbei eine Vorreiterrolle ein. In diesem Projekt wird der für die Wärmewende notwendige Umbau eines gesamten Stadtteils sorgfältig und vorausschauend geplant, die Bürgerinnen mitgenommen

Die dabei gewonnenen empirischen Erkenntnisse sollten unbedingt fachlich fundiert dokumentiert und ausgewertet werden. So können die daraus gewonnenen Erfahrungen bundesweit für den weiteren Transformationsprozess nutzbar gemacht werden.

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