Schließung der Felix-Klein-Schule ist problematisches Signal für den Leipziger Osten
Nachdem die Felix-Klein-Schule zunächst als ein fester Standort bis mindestens 2005 galt, wurde mit dem Schulentwicklungskonzept diese Zusage aufgehoben.
Der Beschluss zur Aufhebung der Felix-Klein-Schule steht heute nicht das erste Mal auf der Tagesordnung. Wir fassten bereits acht Beschlüsse zu dieser Schule. Der erste Beschluss war die Neugründung, mehrere Bauvorlagen zur Sanierung der Schule folgten. Inzwischen wurden für diesen Standort mehr als 7 Mio. DM verbaut, städtische Mittel und Fördermittel!
Und nachdem die Felix-Klein-Schule zunächst als ein fester Standort bis mindestens 2005 galt, wurde mit dem Schulentwicklungskonzept diese Zusage aufgehoben. Und mit dem heutigen Beschluss steht nun die schleichende Aufhebung, beginnend ab August 2002 bis Juli 2003 zur Entscheidung.
Da stellt sich die Frage, welche Planungssicherheit geben wir Stadträte eigentlich den Bürgerinnen und Bürgern unserer Stadt? Der Beschluss, den wir heute fassen sollen, hat nicht „nur“ einen schulpolitischen Aspekt. Nein, er steht in direkter Wechselbeziehung mit der Stadtentwicklung. Er hat eine stadtpolitische Dimension und wird für den Leipziger Osten Auswirkungen haben, so oder so. Das muss hier allen klar sein.
Ja es gibt einen Schülerrückgang im Stadtgebiet. Ja der Bevölkerungsrückgang, gerade im Leipziger Osten, gibt Anlass zur Sorge.
Aber gerade deshalb wurde doch das Projekt „Soziale Stadt– Leipziger Osten“ entwickelt! Hier sollen doch neue Perspektiven eröffnet werden! Für den Projekterfolg müssen günstige Voraussetzungen und Bedingungen erhalten werden. Sollte der heutige Beschluss eine Mehrheit erhalten, haben wir (alle) drei gymnasialen Standorte im Leipziger Osten beseitigt!
Das ist nicht nur das falsche Signal für die gegenwärtige schulpolitische Diskussion, sondern extrem kontraproduktiv für den Stadtumbau. Wasch mich, mach mir aber den Pelz nicht nass – so geht’s nicht!Richtig wäre es, gemeinsam mit dem Regionalschulamt und dem Muldentalkreis, die Schüler so zu lenken, dass das Engelsdorfer Gymnasium, die Hertz-Schule und die Felix-Klein-Schule offen bleiben können. Wenn der politische Wille dafür da ist, ist das nicht unmöglich. Es erfordert aber ein Mehr an Pädagogik, ein Mehr an Organisation, ein mehr an komplexer Herangehensweise und ein Mehr an politischem Fingerspitzengefühl. Schulen sind sogenannte weiche Standortfaktoren. Ohne Schulen keine Ansiedlung!Im Übrigen, allen Beteiligten wurde immer wieder Hoffnungen zum Erhalt dieser Schule gemacht. Der SPD-Antrag vom 22. Mai 2001 oder das Auftreten des Beigeordneten Jung im Forum Leipziger Osten haben diese Hoffnung genährt. Von Eltern, Schülern, Lehrern, Bürgern, von allen gesellschaftlichen Kräften wurden Projekte und Konzepte für einen modernen gymnasialen Standort erarbeitet. Viel Freizeit wurde in Ideen investiert, die, wenn der Beschluss eine Mehrheit finden sollte, nicht die geringste Chance haben werden.
Das schadet dem Ansehen unseres Stadtrates und was noch schlimmer ist, der Demokratie in unserer Stadt!
Was wird mit der Nachnutzung des Gebäudes im Falle der Schließung? Bis 2005 soll die bauliche Hülle der Felix-Klein-Schule als Außenstelle der Humboldt-Schule fungieren. Danach plant die Verwaltung die Nachnutzung als Förderschule. Die betroffene Förderschule „Friedrich Adolf Diesterweg“ lehnt aber einen Umzug ab. Sie sagt: „Dieser Standort ist für Förderschüler nicht geeignet. Er bietet zu wenig Möglichkeiten für Freizeit und körperliche Betätigung.“ An einen gymnasialen Standort werden nun mal andere Bedingungen gestellt als an einen Standort für lernbehinderte Schülerinnen und Schüler. Die Diesterweg-Schule schlägt ihrerseits als neues Objekt die Richard-Wagner-Schule vor, eine Schule im Grünen. Mit der Sanierung dieses Gebäudes hätten wir eine kluge Nachnutzung für dieses leerstehende Gebäude und wirtschaftspolitisch wäre es ebenso konstruktiv, wenn, wie es das Projekt „Soziale Stadt - Leipziger Osten“ fordert, Baufirmen aus dem Stadtteil für den Stadtteil tätig werden können.
Für die Diesterweg–Schule gibt es also eine Alternative. Für die Schließung des Gymnasiums „Felix Klein“ ein Grund weniger!
Die schul- und stadtpolitische Diskussion ist im Laufen. Lassen sie uns deshalb nicht voreilig falsche Signale nach außen geben. Kein Staatsministerium zwingt uns, heute diese Selbstbindung einzugehen. Stimmen sie gegen die Aufhebung des Gymnasiums „Felix Klein“. Die PDS-Fraktion jedenfalls wird es tun.
