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Neue Preise im Gewandhaus

Klaus-Dieter Bartig

„Woher nehmen, wenn nicht stehlen!“, vor diesem Problem steht auch Leipzig. Vor diesem Problem stehen aber auch Leipzigs Kulturinstitutionen, und eben auch das Leipziger Gewandhaus, als Aushängeschild der Leipziger Hochkultur.

Kultur, und da sage ich Ihnen bestimmt nichts neues, ist und bleibt ein sogenanntes „Zuschussgeschäft“.

Der Bund, das Land und auch die Kommunen sind in der Pflicht, ihre Kulturbetriebe durch Förderung, sprich Subventionen, „am Leben zu erhalten“ und zu entwickeln!

In Zeiten dramatischer Steuerverluste und damit einhergehender Kürzungen ein Problem, auch für Leipzig als Kulturstadt.

„Woher nehmen, wenn nicht stehlen!“, vor diesem Problem steht auch Leipzig.

Vor diesem Problem stehen aber auch Leipzigs Kulturinstitutionen, und eben auch das Leipziger Gewandhaus, als Aushängeschild der Leipziger Hochkultur.

Durch geschickte Marketingstrategien der Gewandhausleitung ist etwas einmaliges gelungen! Die Abonnentenzahlen schnellten in die Höhe (um 41 %, das sind weit über 10.000 Musikfreunde) und die Zusammenarbeit mit dem weltweit agierenden Plaud-Konzern war und ist eine werbetechnische Meisterleistung.

Erlauben Sie mir von dieser Stelle aus, der Gewandhausleitung und den Mitarbeitern die allerherzlichsten Glückwünsche zur Auszeichnung mit dem „Deutschen Mediapreis 2002“ in der Kategorie „Medienstrategie des Jahres“ zu übermitteln. Damit erhielt erstmals eine Kulturinstitution diesen sogenannten „Branchen-Oskar“.

Aber nicht nur die Abonnentenzahlen schnellten nach oben, sondern auch die Betriebs- und Personalkosten! Wie überall!

Und nun muss ich Dr. Schmidt, den Leiter des Bildermuseums zitieren, der sagte: „...man kann nicht einen BMW vor der Haustüre haben und ihn mit Wasser fahren wollen“!

Da die Zuschüsse der Stadt in den nächsten Jahren nicht steigen sondern sinken werden, gibt es leider nur ein sogenanntes „Zaubermittel“. Und dieses Zaubermittel heißt Preiserhöhung!

Über diese stimmen wir heute ab!

Preiserhöhungen dürfen jedoch kein Allheilmittel sein und bleiben, sind aber in der heutigen Zeit leider unumgänglich.

Wenn es jedoch zu Preisanhebungen kommt, müssen sie sozialverträglich gestaltet werden!

Ich darf an dieser Stelle meinen Kollegen aus dem Betriebsausschuss Kultur danken, dass sie dem Vorschlag der PDS-Fraktion gefolgt sind und zumindest das Jugendabonnement im Preis nicht erhöht haben.

Jugendliche, dies sollten wir bedenken, sind die Besucher von morgen!

Danken möchte ich aber auch der Gewandhausleitung, welche durch die Einführung verschiedenster Ermäßigungsarten und Verkaufsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Einführung von Gewandhaustagen (10 € auf allen Plätzen), den „Variopass“, das „Last-Minute-Ticket“ usw. Möglichkeiten geschaffen haben, trotz dieser Preiserhöhung sozialbenachteiligten Bürgern dieser Stadt die Möglichkeit zu geben, diesen „Tempel der Hochkultur“ zu besuchen und die Konzertangebote wahrzunehmen. Mit diesen Abo-Angeboten kann man viel Geld sparen, man muss sie nur kennen und publik machen!

Das mit der LVB 1997/98 in Kraft getretene Angebot u. a. die Eintrittskarten für das Gewandhaus als Fahrschein in den Nahverkehrsmitteln der LVB zu nutzen, jetzt auch auf den Mitteldeutschen Verkehrsverbund auszuweiten, ist ein ungemein guter strategischer Schachzug.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, einige Kritikpunkte muss ich dennoch ansprechen!

In der Vorlage schon jetzt von weiteren Preiserhöhungen ab Spielzeit 2004/2005 zu sprechen, obwohl die jetzige Vorlage noch nicht beschlossen ist, empfinde ich als taktisch unklug!

Vielleicht wäre es für 2004/2005 sinnvoll, sich an der Preisstruktur anderer ausgewählter Konzerthäuser zu orientieren und die Eintrittspreise, speziell bei Sonderkonzerten diesen Häusern anzugleichen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich habe meine Redezeit nicht ganz ausgeschöpft und gebe Ihnen daher die verbliebene Zeit zum Nachdenken. Danke!

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