Multifunktionalität lautet deswegen das Gebot der Stunde
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Beigeordnete, liebe Kolleginnen und Kollegen der demokratischen Fraktionen,
Haben sie mal einen Radweg beobachtet? Ich schon. Meine Feststellung: den ganzen Tag sind die einfach nur da und machen nichts. Und ja, das ist ein Problem, denn in Leipzig herrscht Platzmangel. Die Konsequenz? eine ständige Konkurrenz zwischen Naturschutz, Landwirtschaft, Erholung und erneuerbaren Energien.
Multifunktionalität lautet deswegen das Gebot der Stunde, liebe Kolleginnen und Kollegen. Und gerade beim Thema Radverkehr bietet sich das auch an. Wer mich kennt, weiß, dass die einzigen Radler, die ich mag, flüssiger Natur sind. Denn sind wir mal ehrlich – Radfahren ist viel zu oft reine Schinderei.
Beim Fahrradfahren wird man nämlich von der Sonne verbrannt, vom Regen durchnässt oder vom Hagel fast erschlagen. Und genau hier kommt unser Antrag in Spiel. Stellen Sie sich einmal vor, wir würden einen Radweg mit Solarplatten überdachen. Plötzlich wäre der Radweg eben nicht mehr nur ein Asphaltstreifen in der Landschaft. Nein, er würde gleichzeitig noch erneuerbaren Strom erzeugen und Radlern – also denen mit den viel zu engen Hosen – nicht den flüssigen, Schutz vor Sonne, Wind und Wetter bieten. Eine Win-Win-Win-Situation für Radfahrer, Klimaschutz und Flächenverbrauch.
Und liebe Kolleginnen und Kollegen, wissen Sie was?
Was nach Revolution klingt, wird schon in mehreren Städten und Ländern erprobt. In Freiburg, Erfstedt und Gelsenkirchen. In Holland wurde der erste Solardach-Radweg sogar schon 2014 eröffnet.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Lassen sie uns heute der Verwaltung den Auftrag erteilen, zu prüfen, ob eine Teilstrecke der Radschnellverbindung Halle-Schkeuditz-Leipzig ebenso als Solardachradweg errichtet werden kann. Leipzig ist Uni- und Forschungsstadt. Wir haben starke Stadtwerke und innovative Unternehmen. Ich bin mir sicher, dass wir nicht nur den ersten Solardachradweg Ostdeutschlands, sondern auch einen der besten überhaupt bauen können.
Aber wir müssen uns beeilen, denn auch im Altmarkkreis gibt es entsprechende Überlegungen. Ich verspreche Ihnen jedenfalls: Wenn der Verwaltungsstandpunkt, den ich abstimmen lassen möchte, heute eine Mehrheit bekommt und der Radweg wirklich kommt, dann hole sogar ich für die Eröffnung mein Mifa aus dem Keller.
Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

