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Mandy Gehrt zur Liebfrauenkirche: Diese Chance für die Schaffung von Atelierräumen bekommen so schnell nicht wieder!

Mandy Gehrt

Bezahlbare Atelierräume sind in Leipzig knapp, werden aber händeringend gesucht. Das ist spätestens seit der Kündigung im Westwerk, in der Nicolaistraße, im Kohlrabizirkus, in der Rosenowstraße und auch in der Baumwollspinnerei bekannt. Zum Ende des Jahres 2023 mussten nun weitere Künstler*innen ihre Ateliers in der Erich-Zeigner-Allee verlassen.

Laut Umfragen des Bundes Bildender Künstlerinnen und Künstler Leipzig (BBKL) und von Marlett Heckhoff suchen 150 bis 200 Künstlerinnen und Künstler Atelierräume, die sie sich leisten können. Mit dem Beschluss zum Atelierprogramm im Oktober letzten Jahres hatten wir schon die Suche und Prüfung von Objekte in Auftrag gegeben.

Dann ergab sich der glückliche Umstand, dass der Verwaltungsleiter der Liebfrauenkirche, dazu einlud, den Gebäudeteil (das Pfarrhaus) zu besichtigen, den die Kirchgemeinde zukünftig nicht mehr nutzten wird, um darüber zu reden wie dieser Gebäudeteil sinnvoll und als Bereicherung für die Stadt nachgenutzt werden könnte. Die Kirche will sich innerhalb der nächsten Jahre (meint irgendwann in 2026) komplett aus dem Gebäudeteil zurückziehen und diesen abgeben – möglichst aber nicht an einen privaten Investor. Sie würden es dagegen sehr begrüßen, wenn die Stadt das Pfarrhaus in Erbbaupacht übernimmt. Da die Kirche aus der Not heraus jetzt schon einige Räume an Künstler*nnen vermietet, findet der Kirchenvorstand, die Idee, daraus ein Atelierhaus mit einem öffentlich zugänglichen Raum zu entwickeln, sehr anstrebenswert.

Hier bietet sich eine Chance für die Schaffung von Atelierräumen, die wir so schnell nicht wiederbekommen werden. Das Haus hat fünf volle Etagen mit je zehn Räumen, inklusive das ehemalige Kirchencafe, was für öffentliche Veranstaltungen genutzt werden könnte.

Wir wollen mit diesem Antrag die Verwaltung beauftragen, bis zum Ende des ersten Quartals 2025 mit dem Kirchenvorstand in Verhandlungen zu treten, um das Haus als Atelierhaus zu entwickeln. Das kann natürlich nur der Auftakt der Verhandlungen sein, die sich dann aber weiter hinziehen werden, das ist uns klar und wir vertrauen in den Prozess. Welche Prüfschritte sich für die Verwaltung daraus ergeben, ob es eines Gutachtens bedarf, welche Art Vertrag geschlossen werden kann und ab wann, das überlassen wir den Verhandlungspartner*innen. Was wann dem Stadtrat vorzulegen wäre, überlassen wir der Verwaltung. Dass diese uns berichtet, halten wir für selbstverständlich.

Wir wollen das nicht vorschreiben, deswegen lehnen wir den ÄA der Freien ab.

Unser Ziel ist es heute, diesen Prozess in Richtung Atelierhaus anzuschieben. Und ich hoffe, Sie entscheiden sich heute im Sinne der Leipziger Kunst und Kultur und stimmen unserem Antrag zu.

Vielen Dank!

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