Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst so schnell wie möglich als städtische Einrichtung!
Unser vorliegender Antrag zum Aufbau eines Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes ab 2025 hat einen bitteren Beigeschmack. Wieder einmal hat die Verwaltung die Umsetzung eines Stadtratsbeschlusses torpediert, denn in der Ratsversammlung vom 28. Februar 2024 – das ist zirka ein Jahr her - wurde Folgendes beschlossen: „Der Oberbürgermeister wird (…) beauftragt, aus dem Gesundheitsamt heraus am Verbund Gemeindenahe Psychiatrie (Klinikum St. Georg gGmbH) ab 1. Januar 2025 einen Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst zu etablieren, der insbesondere die Aufgaben zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen aus Familienverbünden mit komplexem Hilfe- und ggf. Behandlungsbedarf - analog der Aufgaben des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Erwachsenenbereich –wahrnimmt. Damit werden die im Zweiten Kommunalen Psychiatrieplan verankerten gemeindepsychiatrischen Versorgungsziele auch für den Kinder- und Jugendbereich umgesetzt.“
Dieser Beschlusspunkt wurde bislang nicht umgesetzt und entsprechende Haushaltsmittel sind im Entwurf des Doppelhaushalts 2025/2026 bisher auch nicht eingeplant. Die Verwaltung begründet es damit, dass sich das Gesundheitsamt gemeinsam mit den weiteren beteiligten Akteuren, wie beispielsweise dem Verbund Gemeindenahe Psychiatrie gegenwärtig noch in der Eruierungs-, Konzeptions- und Abstimmungsphase befindet. Das klingt doch leider sehr nach St. Nimmerleinstag.
Warum brauchen wir den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und zwar so schnell wie möglich als städtische Einrichtung? Die Kommune hat in dem sensiblen und zugleich komplexen Spannungsfeld zwischen Jugendhilfe, ASD, Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie Schule und Eltern eine Steuerungsverantwortung und auch eine Brückenfunktion. Sie ist der unabhängige Akteur, der dringend notwendig ist, um insbesondere die schwerwiegenden Fälle adäquat zu betreuen und Hilfe bereitzustellen. Angesichts des dramatischen Anstieges der entsprechenden Fallzahlen unter Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren – ich nenne nur Corona und die Auswirkungen von Social Media – ist jetzt schnellstmögliches Handeln angesagt.
Darum bitten wir um Zustimmung zu diesem Antrag.

