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Für Olympiabewerbung ist Eile geboten

Siegfried Schlegel

Mit entsprechenden Beschlüssen ist der Stadtrat eine Selbstbindung bezüglich der Ausweisung der Areale für Olympiastätten eingegangen, die Planungssicherheit für die Ausarbeitung der Bewerbung Leipzigs für die Spiele der Olympiade 2012 schaffen sollen. Dazu gehört das Gebiet des Lindenauer Hafens.

Mit entsprechenden Beschlüssen ist der Stadtrat eine Selbstbindung bezüglich der Ausweisung der Areale für Olympiastätten eingegangen, die Planungssicherheit für die Ausarbeitung der Bewerbung Leipzigs für die Spiele der Olympiade 2012 schaffen sollen. Dazu gehört das Gebiet des Lindenauer Hafens, das Standort des Olympischen Dorfes sein soll.

Eingedenk dessen, wie schwerfällig sich der Sanierungsprozess auch in förmlich ausgewiesenen Sanierungsgebieten wie Connewitz-Biedermannstraße oder Neustädter Markt vollzieht, ist Eile dringend geboten, wenn Leipzig zum Zeitpunkt der Olympiaentscheidung für die angrenzenden Stadtteile nicht nur bunte Bilder präsentieren, sondern konkrete Planungen und Projekte vorweisen will und vielleicht sogar bei den ersten mit der Umsetzung begonnen hat.

Auch wenn manchmal Fortschritte in den Sanierungsgebieten nur schwer zu erkennen sind, so weisen jedoch aktuelle Statistiken aus, dass es in 9 von 13 Sanierungsgebieten ein stärkeres Bevölkerungswachstum als in den angrenzenden Stadtteilen in den letzten Jahren gegeben hat. Die heute ausgewiesenen Stadtteile grenzen östlich an den Standort des Olympischen Dorfes. Wenn es eine Ostseite gibt, gibt es auch eine Westseite und die ist im konkreten Fall das Wohngebiet Leipzig-Grünau, ist doch das Areal des ehemaligen WK 6 selbst Bestandteil der Olympiaplanungen. Deshalb mahnen wir in Fortschreibung des STEP dringend auch ein städtebauliches Zielkonzept für Grünau an. Mitunter haben die Bewohner Grünaus den Eindruck, dass derzeit auf Teufel komm raus nur unter der Maßgabe abgebrochen wird, soviel wie möglich Wohnungen mit einem Abriss zu vernichten.

Von besonderer Wichtigkeit für die Olympiabewerbung sind neben wettkampfgerechten und nachhaltigen Olympiastätten mit optimaler Verkehrsanbindung auch attraktive und sichere Unterkünfte für Olympiateilnehmer, Offizielle und Besucher. Wichtig sind vor allem auch die Zustimmung der Bevölkerung und der gesamten Bundesrepublik zur Olympiabewerbung, die Bedingungen für Leistungs- und Vereinssport sowie für organisierten und individuellen Freizeitsport, was die Fachleute der Auswahlkommission und internationalen Sportverbände ohnehin untersuchen werden. Prominente Sportveranstaltungen allein reichen dafür nicht aus.Nicht zu unterschätzen dürfte deshalb auch die Attraktivität der ganzen Stadt sein. Tausende Sportler und zehntausende Besucher lassen sich nicht wie Regierungsdelegationen durch, als Potjomkin`sche Dörfer aufgepeppte „Einfallstraßen“ oder Protokollstrecken lotsen. Sie wollen und werden die Stadt erleben, vor allem in der Nachbarschaft der Olympiastätten sowie der Wohn- und Hotelquartiere.
Leipzig kann nicht wie die anderen Bewerber mit gigantischen Vorhaben aufwarten und muss deshalb vor allem mit seinen Qualitäten pfunden. Dazu gehört dass Leipzig, anders als andere Städte, eben nicht Museum mit Kulturangeboten ist, sondern hier zeitgemäß gelebt werden kann, was auch auf die Stadtteile zutreffen muss.
Leipzigs Olympiabewerbung muss mit dem Stadtumbau/Stadterneuerung gekoppelt werden. So können aus den Herausforderungen wie sie im zur Beschlussfassung ausgewiesenen Areal in Lindenau anstehen, auch Chancen entstehen und diese ergriffen werden. Bereits heute beneiden uns nicht wenige um diese zusätzlichen Chancen, die sich aus der Olympiabewerbung für Leipzig ergeben, wohl auch wissend, dass Leipzig wie in der Vergangenheit wie bei anderen Chancen auch diese nutzen wird. Wir sollten ihnen Recht geben. Aus diesen genannten Gründen wird die PDS-Fraktion der Vorlage ihre Zustimmung geben.

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