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Frühkindliche Bildung fördern, Betreuungsschlüssel verbessern!

Juliane Nagel

Frühkindliche Bildung: Sie ist der Schlüssel für ein gutes Aufwachsen, sie ist Garantin für die Entwicklung von Kindern zu starken und solidarischen Persönlichkeiten. Kindertageseinrichtungen sind Orte der Bildung, des Lernens, des Zusammenkommens. Soweit, so gut, so theoretisch. Denn immer öfter hören wir von pädagogischen Fachkräften und von Eltern, dass genau diese Aufgaben von frühkindlicher Bildung und Kita als pädagogischen Einrichtungen unter den Tisch fallen; dass Kinder nur noch verwahrt werden können – nicht zuletzt, weil die Krisen und Verwerfungen unserer Zeit auch in den Kita mehr als spürbar sind. Und das ist glasklar nicht die Schuld der engagierten Erzieherinnen und Erzieher, das ist die Schuld der Politik, die die Kita eben nicht so gut ausstattet, wie es nötig wäre.

Sachsen ist im Hinblick auf den Betreuungsschlüssel schon seit Jahren, ja Jahrzehnten, das bundesweite Schlusslicht. Das pädagogische Personal beklagt zurecht massive Überlastung. Fehlzeiten durch Krankheit – vermehrt auch langfristig – führen dazu, dass Eltern auf ihrer Arbeit ausfallen, weil sie die Kinderbetreuung kurzerhand selbst übernehmen.

Besonders leiden unter dieser Lage die Kinder aus prekären Verhältnissen, die es sowieso schwer haben, Entwicklungsstörungen und Armut den Alltag prägen. Gerade für diese Kinder – die sozialräumlich schon lange in bestimmten Vierteln im Westen und Osten verstärkt zu finden sind – brauchen eine gute und intensive Betreuung und Begleitung. Denn was in den ersten Jahren versäumt wird, ist schwer später wieder auszugleichen.

Genau hier setzen wir mit unserem Haushaltsantrag – jetzt getragen von Linker, Grüner und SPD-Fraktion an.

Die Idee ist alt und bereits vor etwa einem Jahr auf Initiative der Linksfraktion im Stadtrat beschlossen: Wenn das Land seiner Verantwortung für eine gute Ausstattung der Kita nicht nachkommt, muss die Kommune ran. Die Landeshauptstadt Dresden praktiziert dies schon seit vielen Jahren. Wir verbessern den Betreuungsschlüssel von 1:5 auf 1:4 in der Krippe und von 1:12 auf 1:10 sowie die Sachkostenausstattung um 50 Euro pro Kind in Kindertageseinrichtungen, in welchen Kindern aus ökonomisch benachteiligten Haushalten, aus Hilfen zur Erziehung und mit Entwicklungsbeeinträchtigungen überrepräsentiert sind, aus dem kommunalen Etat und sichern auch die Kita-Sozialarbeit ab.

Fünf Kita in kommunaler und fünf in freier Trägerschaft sollen es sein. Seit mehreren Monaten ringen wir darum, dass diese unsere Initiative aus dem vergangenen Jahr umgesetzt wird. Wir wissen auch, dass sie im Fach-Amt durchaus auf Zustimmung traf und trifft. Lassen Sie uns heute mit dem Beschluss dieses Haushaltsantrages ein klares Zeichen setzen und endlich das Programm für mehr Bildungsgerechtigkeit im Kleinen starten und dieses als Einstieg verstehen. Wir appellieren auch, unserem Antrag zuzustimmen: Nur fünf kommunale Kita mit umgelenktem Personal zu verstärken – das wäre eine Ungleichbehandlung gegenüber den freien Trägern und den dort betreuten Kindern! 

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