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Es braucht eine Perspektive für die Kleinmesse!

Dr. Volker Külow

Nach § 26 der Geschäftsordnung der Ratsversammlung der Stadt Leipzig beantragt die Linksfaktion eine Aktuelle Stunde zum Thema “Durchführung der Frühjahr-Kleinmesse 2025 gewährleisten!“ Zur Begründung möchte ich Ihre geschätzte Aufmerksamkeit auf folgenden Sachverhalt lenken: Am 9. Dezember hat der Oberbürgermeister seine lang angekündigte Vorlage für den Rahmenplan Stadionumfeld auf einer Pressekonferenz vorgestellt; sie enthält auf Seite 5 auch die Absicht, „die Fläche des derzeitigen Festplatzes perspektivisch als Trainingsstandort für RB Leipzig weiterzuentwickeln“. Was das für die Kleinmesse konkret bedeutet, hat die LVZ dankenswerterweise aufgeschrieben: „Wenn der Stadtrat diesen Pachtvertrag unterstützt, sei der Bundesligist bereit, für eine Übergangszeit von etwa acht bis zehn Jahren die Kleinmesse weiterhin am Cottaweg zu belassen. Wichtig sei für den Klub vor allem Klarheit über die Zukunft und eine vernünftige Perspektive, erläuterte das Stadtoberhaupt. Jung räumte ein, dass der Zeitkorridor bis zum Beginn der nächsten Kleinmesse im April 2025 nun aber sehr eng sei.“ Auf Nachfrage stelle der OBM am Ende seiner Pressekonferenz explizit fest: „Ohne Stadtratsbeschluss zum Stadionumfeld wird 2025 die Kleimesse nicht stattfinden.“ Im Klartext: Wenn nicht dem langfristigen wirtschaftlichen Interesse eines wohlhabenden Sportkonzerns gedient wird, ist uns sogar die prekäre Situation des einheimischen Mittelstands egal.

Sie haben es jetzt in der Hand, mit einer Aktuellen Stunde ein erstes Stoppzeichen gegen diesen politischen Erpressungsversuch zu setzen. Aber es geht um noch mehr; es geht um nichts weniger als den Erhalt eines wichtigen, nunmehr akut bedrohten Elements unserer volkstümlichen Alltagskultur in Leipzig, die jährlich von 400.000 Menschen frequentiert wird. Zu Recht schreiben die Schausteller heute auf ihren Plakaten: „Rettet die Kleinmesse am Cottaweg! Unsere Existenz ist bedroht!“ In dem uns soeben übergebenen Flugblatt wird auf die notwendige mehrmonatige Planungssicherheit hingewiesen und erläutert: „Die derzeitigen Planungen bedeuten im Endeffekt aber, dass im April 2025 keine Kleinmesse am traditionellen Ort stattfinden würde; erstmals seit über 100 Jahren!“

 

Liebe Stadträtinnen und Stadträte,

Sie haben es jetzt in der Hand, gegenüber den Schaustellern ein Zeichen der Solidarität zu setzen. Sechs Tage vor Heiligabend möchte ich mit dem Evangelium des Matthäus 6:24 daran erinnern, dass man nicht zugleich Gott dienen kann und dem Mammon. Stimmen Sie bitte für die Aktuelle Stunde – die Schausteller und die vielen tausend Fans der Kleinmesse haben keine traurige, sondern eine hoffnungsfrohe Weihnachtsbotschaft aus dem Stadtrat verdient. Diese sollten sie jetzt von uns auch erfahren.   

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