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Erzieherinnen und Erzieher nachhaltig entlasten: Springer für Personalausfälle prüfen und Ausstattung der Horte verbessern

Juliane Nagel

Mit ihrem Antrag adressiert die SPD ein in der Tat wichtiges Problem: das Thema der Ausfallzeiten in den Kita und Horten in Leipzig. Wir thematisieren dies jährlich mit einer Anfrage. Heute liegen uns die Zahlen für 2025 vor und sie weisen erneut einen Anstieg der Ausfallzeiten aus: in den Kita bei 11,7 und in Horten und Betreuungsangeboten sogar bei 13,4%. Darunter leiden Kinder, Eltern und das pädagogische Personal. Es gibt anhaltend viele Überlastungsanzeigen. 

Und es ist kein Geheimnis: Die massive Arbeitsbelastung aber auch langwierige oder psychische Erkrankungen nehmen zu, das ist durchaus ein bundesweiter Trend. Das alles hat auch mit den zunehmenden Anforderungen zu tun, die auf unsere Erzieherinnen und Erzieher hereinprasseln, soziale Herausforderungen, familiäre Konflikte – ja die Krisen unserer Zeit schlagen selbstverständlich auch in den Kindertageseinrichtungen und Horten auf. 

Regelmäßig wird in den Antworten auf unsere Anfragen auch auf die Maßnahmen gegen Personalausfall verwiesen. Auch die Debatten in den Ausschüssen haben zutage gebracht, dass es einen Springerpool für den Kitabereich faktisch gibt: Drei Stellen – leider nicht zusätzlich, sondern aus dem Personalbestand – sorgen bei Engpässen für Entlastung und es scheint zu funktionieren. 

Dabei muss sich unser Blick in der Tat auch stärker in Richtung der Horte und der Betreuungsangebote an den Förderzentren richten: Hier brennt die Luft. 

Eigentlich hätte der Antrag mit einem fundierten Verwaltungsstandpunkt fast erledigt sein können: Eine seriöse Prüfung dessen, was man mit einem Springerpool in den verschiedenen Betreuungsarten an Entlastung hätte schaffen können, wäre wirklich wünschenswert gewesen, denn dann wüssten wir jetzt auch, worüber wir eigentlich reden. Und wir hätten auch einschätzen können, ob solche Pools auch Optionen für die Erzieher*innen wären, die wir in den Kita gegebenenfalls perspektivisch nicht mehr brauchen.

Als Linke sind wir aber auch davon überzeugt, dass wir in dieser Debatte nicht um die Forderung nach einem grundsätzlich verbesserten Betreuungsschlüssel herumkommen. Denn dieser könnte systematische Entlastung bringen, die auch zu weniger Krankheitsfällen führt. Gerade der Hortbereich fällt hier oft aus dem Fokus, obwohl die personelle Ausstattung hier besonders schlecht ist. 
Wir sind überzeugt davon: Investitionen in den frühkindlichen Bildungsbereich zahlen sich aus: für Kinder, Eltern und pädagogisches Personal, für unsere Gesellschaft. In diese Richtung weist auch unser ergänzender Änderungsantrag: Wir wollen die Horte in die frühkindliche Bildungsstrategie aufnehmen, mittels derer wir bereits zehn sozial besonders belastete Kita personell besser ausstatten. 

Wir stimmen dem Antrag zu, hoffe auf eine gewissenhafte Prüfung und werden uns auch im Land für eine Refinanzierung von Springern über die Kitapauschale einsetzen! 

 

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