Die Schließung des Gymnasiums "Theodor Mommsen" ist eine Fehlentscheidung
Fast 10 Mio. DM, die die Stadt auch mit Fördermitteln in die Sanierung steckte waren gut angelegt. Aber nicht nur die äußere Hülle war beeindruckend sondern auch dass, was an dieser Schule an inhaltlicher Arbeit geleistet wird.
Die Mommsenschule ist inzwischen vielen von uns Stadträten aus persönlichen Besuchen bekannt. Wir konnten uns davon überzeugen, dass diese alte Schule heute ein modernes Gymnasium mit sprachlichem und naturwissenschaftlichem Profil ist.
Fast 10 Mio. DM, die die Stadt auch mit Fördermitteln in die Sanierung steckte, waren gut angelegt. Aber nicht nur die äußere Hülle war beeindruckend sondern auch das, was an dieser Schule an inhaltlicher Arbeit geleistet wird.Hier wurde nach neuen Wegen und Herausforderungen gesucht.
- Französisch ab Klasse 5 wird in keinem weiteren allgemeinbildenden Gymnasium ohne vertiefte Ausrichtung unterrichtet,
- Informatik ab Klasse 7 durchgängig,
- ein fächerübergreifender Wahlgrundkurs Chemie/Französisch,
- eine enge Zusammenarbeit mit der Universität auf naturwissenschaftlichen Gebiet wie es außer der Ostwald –Schule tatsächlich keine weiteres Gymnasium hat. Ergebnis ist u.a. seit Jahren ein Leistungskurse im Fach Chemie, aus denen nicht wenige Chemiestudenten hervorgegangen sind. Ergebnisse solcher pädagogischer Arbeit ist ein Prozess über Jahre.
Mit diesen Pfunden könnte unsere Stadt wuchern, die Verwaltung schlägt aber die Schließung vor. Diese Schule entspricht haargenau den Kriterien, die man an eine gute Schule stellt, entspricht unseren Kriterien, die wir an den Erhalt von Schule gestellt haben.
Die Vergangenheit hat gezeigt weder bei Grundschulen, noch bei Mittelschulen oder den bereits geschlossenen Gymnasien konnten über Jahre gewachsene Profile und Spezialisierungen an eine andere Schule umgesetzt werden. Sie sind verloren gegangen. Wenn wir uns das in der gegenwärtigen bildungspolitischen Debatte einfach leisten, handeln wir fahrlässig.
Viele Fakten sind den Stadträten bekannt und auch Mitglieder von CDU- und SPD-Fraktion schickte Signale: Diese Schule können wir nicht schließen.
Durch einen faulen Kompromiss mit der Verwaltung sind diese Signale verloren gegangen. Bekannt ist, dass die Kant-Schule gar nicht in der Lage ist alle Schüler des Südens aufzunehmen, deshalb soll nun die Ostwald-Schule auch mindestens einen gymnasialen Zug ohne vertiefte Ausbildung zusätzlich aufnehmen. Genau dieser Gedanke wurde im vergangenen Jahr aus dem Schulentwicklungsplan nach Interventionen auch der Schulkonferenz der Ostwald-Schule herausgenommen. Ein Jahr später findet er urplötzlich wieder Einzug ohne dass mit den Schulkonferenzen der Mommsen- und der Ostwald-Schule darüber gesprochen wurde. Ich halte das für einen eklatanten Verstoss gegen die Mitwirkungsrechte von Schülern, Eltern und Lehrern entsprechend des sächsischen Schulgesetzes.
Ein letzter Gedanke, den ich hier nicht unerwähnt lassen möchte.
Sollte eine Mehrheit nicht der Schließung der Mommsen-Schule zu stimmen, können wir den Strom der Mittelschüler an die Herderschule lenken und die Schulstandorte–Hildebrandstraße für die Grundschule, Connewitzer Kreuz für die Mittelschule und Bornaische Straße für das Gymnasium „Theodor Mommsen“ erhalten. Das sollten wir uns als Aufgabe stellen, denn das ist zukunftsträchtig.Andererseits bringen wir mit der heutigen Entscheidung auch die Herder-Mittelschule in Gefahr, auch darüber sollten wir uns im Klaren seien.
Die PDS-Fraktion hält an ihrer Entscheidung fest und wird gegen die Schließung des Gymnasium „Theodor Mommsen“ stimmen.
