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Abriss oder Umzug?

Rüdiger Ulrich

Im Grünauer Wohnkomplex 8 in der Brackestraße steht ein bisher als Ärztehaus genutztes, frei stehendes Gebäude leer. Der Bürgerverein KOMM e. V. beabsichtigt es durch Kauf oder Erbpacht zu erwerben, um dort ein soziokulturelles Begegnungszentrum zu schaffen.

Im Grünauer Wohnkomplex 8 in der Brackestraße steht ein bisher als Ärztehaus genutztes frei stehendes Gebäude leer. Der Bürgerverein KOMM e. V. beabsichtigt dieses durch Kauf oder Erbpacht zu erwerben, um dort ein soziokulturelles Begegnungszentrum zu schaffen. Ziel ist es, den Grünauer Bürgerinnen und Bürgern durch die Vermietung der Räumlichkeiten an Vereine und Initiativen ein qualitativ und quantitativ breites Veranstaltungsprogramm anzubieten.

Das Projekt „Bürgerhaus“ wurde in verschiedenen Bürgerforen vorgestellt und ist dort wie auch bei potenziellen Mietern, wie der Volkshochschule, dem Zentrum für Integration, der Mobilen Jugendarbeit, Wohlfahrtsverbänden, Sportvereinen und Wohnungseigentümern auf großes Interesse gestoßen. Auch wenn der Verwaltungsstandpunkt, der bereits im August in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters war und so neue Entwicklungen im Zusammenhang mit dem Antrag nicht aufnehmen konnte, etwas anderes aussagt. Sicher wäre auch noch einmal überlegenswert, ob nicht auch das sich vor Ort befindliche KOMM-Haus als soziokulturelle Einrichtung in Trägerschaft der Stadt im Bürgerhaus besser untergebracht wäre. Am gegenwärtigen Standort – Nutzung der Erdgeschosszone und des Kellers in einem neu errichteten Gesundheitszentrum – scheinen Probleme vorprogrammiert.

Insgesamt wird die Umsetzung des angedachten Projektes positive Auswirkungen auf die Lebensqualität der Bewohner im WK 8 haben. Der Umbau und die vorgesehene Umnutzung eines Gebäudes, das ansonsten leer stehen würde, bietet die Chance, öffentlichkeitswirksam etwas für den Stadtteil insgesamt, speziell aber für den Westteil Grünaus zu tun, seine Attraktivität zu erhöhen. Gerade unter den aktuell laufenden kontrovers geführten Diskussionen über die Zukunft von Grünau im Zusammenhang mit geplanten Abrissen und Rückbau kommt einer attraktiven Gemeindebedarfseinrichtung eine stabilisierende Funktion zu.

In einem Antwortschreiben an Herrn Obser hat Herr Dr. Lütke Daldrup zum Ausdruck gebracht, dass das Gebäude „auf Grund von Größe und Bauzustand sowie von Umnutzungspotenzialen vor allem im Vergleich zu anderen kommunalen Liegenschaften in peripherer Lage als durchaus erhaltenswert und für eine Umnutzung gut geeignet eingeschätzt“. Problematisch und noch zu klären ist die Frage, inwieweit der KOMM e. V. zwingend Fördermittel benötigt um sein Projekt in die Tat umzusetzen, wobei es ohne wohl nicht gehen wird. Letztendlich steht die Frage, Abriss oder Umnutzung. Beides kostet Geld. „Zum jetzigen Zeitpunkt können keine Mittel in Aussicht gestellt werden“, so Herr Dr. Lütke Daldrup weiter. Allerdings muss das nicht so bleiben, hier ist viel in Bewegung. Wir denken, dass der Verein ein schlüssiges Finanzierungskonzept vorlegen muss, dass zwischen Stadt und Verein ein Aushandlungsprozess statt finden wird, dass die Stadt Unterstützung gewährt bei der Akquirierung von Landes- bzw. Bundesfördermitteln usw. Den Vorschlag des Beigeordneten Herrn Schubert, die Übergabe des Gebäudes auf Miet- bzw. Pachtbasis zu realisieren, begrüßen wir.

Meine Damen und Herren, Bürger initiieren für Bürger ein Modellprojekt in einem Stadtteil, wo gegenwärtig eher die negativen Nachrichten produziert werden. Anlässlich des fünfjährigen Geburtstages des Allee-Centers sagte der Oberbürgermeister in seiner Grußbotschaft: „Für den bevorstehenden Prozess des Stadtumbaus ist es wichtig, dass alle an einem Strang ziehen.“ Mit dem Projekt Bürgerhaus könnte ein positives Zeichen in diesem Sinne gesetzt werden.

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