A 10365 25/26 Schaffung einer Kurator*innenstelle für Provenienzforschung und kritische Sammlungsgeschichte am Stadtgeschichtlichen Museum ab 2026
Beschlussvorschlag
Ab dem Haushaltsjahr 2026 werden 1,0 VzÄ für eine Kurator*innenstelle für Provenienzforschung und kritische Sammlungsgeschichte am Stadtgeschichtlichen Museum eingerichtet.
Hieraus ergäbe sich (Teilzeit wäre in begrenztem Umfang möglich) ein finanzieller Bedarf von etwa 85.000 EUR pro Jahr.
Eine dauerhaft und professionell betriebene Provenienzforschung gehört heute zu den essentiellen musealen Pflichtaufgaben und ist aus guten Gründen ein zentrales Handlungsfeld der vom Stadtrat als VI-DS-00236-NF-01-DS-07 beschlossenen Museumskonzeption 2030. Am Stadtgeschichtlichen Museum wird dieses auch für die Rechtssicherheit der städtischen Vermögensbestände sowie die Aufarbeitung von NS-Unrecht und jüdischer Verfolgungsgeschichte sowie bestimmten DDR- und SBZ-Kontexten essentielle Arbeitsfeld seit 2019 in zwei vom Zentrum Kulturgutverluste Magdeburg geförderten Forschungsprojekten geleistet. Deren Laufzeit läuft jedoch definitiv und ohne weitere Verlängerungsoption 2025 aus. Die überregional beachteten Erfolge des Projektes werden durch etliche Publikationen, Konferenzteilnahmen, eine kürzlich eröffnete Sonderausstellung des SGM sowie innovative Vermittlungs- und Schulprojekte dokumentiert. Für die weitere Erforschung der genannten Unrechtskontexte, die kritische Bearbeitung sämtlicher relevanter Schenkungen und Ankäufe sowie die systematische Sichtung umfangreicher und für die Dauerpräsentationen und die städtische Identität zentraler Museumsbestände ist ab 2026 ein dauerhaftes Personalpensum vonnöten, um die erreichten Erfolge und geleisteten Vernetzungen auch im Sinne des überregionalen kulturellen Ansehens der Stadt Leipzig nicht zu gefährden.
