Künstliche Aufregung bei CDU und Bündnis 90 über die Streichung des Fahrplanbuches ist unverständlich
Die Verlautbarungen der Fraktionen CDU und Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Streichung des Fahrplanbuches für die Zone 110 überraschen doch sehr, denn den Aufsichtsratsmitgliedern aus beiden Fraktionen ist diese geplante und nun leider vollzogene Abschaffung durch den MDV schon seit längerer Zeit bekannt. Der Wegfall des Fahrplanbuches ab dem 14.12.2014 wurde auf der Aufsichtsratssitzung des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes (MDV) im Juli dieses Jahres beraten und bestätigt. Hätten die Vertreter beider Fraktionen an dieser Stelle Protest angemeldet und Widerstand geleistet, würde es dieses Angebot möglicherweise noch geben.
Bereits in dieser Sitzung machte der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE und Mitglied im Aufsichtsrat, Jens Herrmann-Kambach, darauf aufmerksam, dass dies gerade für ältere Fahrgäste und für Fahrgäste, welche nicht über moderne Kommunikationsmittel verfügen, einen Rückschritt darstellt. Als Kompromiss wurde vereinbart, dass der MDV sogenannte Linienflyer verteilt und auf Wunsch eine Mappe mit den Flyern aller Linien der Zone 110 zusammenstellt und zuschickt.
Über diesen Sachverhalt informierte Herr Herrmann-Kambach am 16.09.2014 die Mitglieder des Fachausschusses Stadtentwicklung/Bau des Stadtrates. In diesem Rahmen wurde darüber beraten, ob die Einstellung des Fahrplanbuches für die Zone 110 einen Verstoß gegenüber den Anforderungen des Nahverkehrsplanes darstellt. Dies wurde aufgrund Liniennetzflyer als Alternative nicht so gewertet. Andererseits aber wurde die Verwaltung beauftragt, den Wegfall des Fahrplanbuches im Seniorenbeirat zu thematisieren.
Warum nun nach vollzogener Einstellung des Fahrplanbuches beide Fraktionen dagegen Sturm laufen, ist ein Rätsel! Offensichtlich will man sich nun mit reißerischen Pressemitteilungen in den öffentlichen Protest einreihen und dabei von der eigenen Verantwortung ablenken. Denn entweder haben die Mitglieder des MDV-Aufsichtsrates und des Fachausschusses Stadtentwicklung/Bau ihre Fraktionsmitglieder nicht entsprechend informiert oder es hat sie zum damaligen Zeitpunkt gar nicht interessiert.
