Sicheres Aufwachsen für alle Kinder und Jugendlichen – Jugendwohnungslosigkeit beenden!
Am 1. Juni ist der Internationale Kindertag. Leider muss dieser Tag immer wieder zum Anlass genommen werden, um auf die desaströsen Umstände aufmerksam zu machen, unter welchen manche Kinder und Jugendliche aufwachsen müssen – auch in Deutschland.
Mehr als jedes fünfte Kind in der Bundesrepublik ist von Armut bedroht. In Leipzig leben fast 17.000 unter-18-Jährige in Bedarfsgemeinschaften. Sie starten unter schlechteren Voraussetzungen ins Leben und haben oft höhere Hürden auf dem Weg zu guter Bildung und guter Arbeit zu überwinden.
Dazu erklärt Juliane Nagel, Sprecherin für Kinder und Jugend der Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig: „Schutz und Geborgenheit beginnen mit einem sicheren Dach über dem Kopf: Kinder und Jugendliche leben auch in Leipzig viel zu oft unter prekären Bedingungen und in beengten Verhältnissen.
Im Jahr 2024 lebten in Leipzig 138 Minderjährige mit ihren Familien in Notwohnungen. 240 junge Menschen im Alter bis 25 Jahre wurden auf der Straße als wohnungslos erfasst – das ist ein Armutszeugnis für unsere Stadt. Dazu kommt, dass die Erfassung wohnungsloser Personen in Leipzig bisher nur unzureichende Ergebnisse liefert und die Dunkelziffer vermutlich noch höher ausfällt.
Auch bundesweit schlagen Verbände Alarm, wenn es um das Ausmaß von Jugendwohnungslosigkeit geht. Gerade jene jungen Menschen, die nie Berührung mit der Jugendhilfe hatten, bewegen sich unter dem ‚öffentlichen Radar‘. Wir müssen Brücken bauen und dürfen junge Menschen nicht abstempeln oder verloren geben, auch wenn ihr Verhalten herausfordernd ist.
Auf Linke Initiative hin(https://gleft.de/6C0) hat der Stadtrat im Mai verschiedenste Maßnahmen zur Bekämpfung von Jugendwohnungslosigkeit beschlossen. Die Verwaltung wird ein Angebot schaffen, welches niedrigschwelligen Zugang und eine konsequente pädagogische Perspektive vereint. Auch wird der Bedarf für die Einrichtung einer niedrigschwelligen Notschlafstelle für junge Volljährige im Alter von 18 bis unter 27 Jahren geprüft. Gerade an den Übergängen zum Erwachsenwerden und zwischen den Leistungssystemen entscheidet sich häufig, ob Lebenswege stabilisiert werden – oder ob Krisen sich verfestigen.
Kinder und Jugendliche verdienen faire Chancen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Es ist unsere Pflicht, jungen Menschen in unserer Gesellschaft ein sorgenfreies Heranwachsen zu ermöglichen und sie zu schützen.“
