Gewalt an Frauen sichtbar machen!
Gedenkort für Opfer von Femiziden beschlossen
Der Stadtrat hat entschieden: Leipzig bekommt einen Ort zum Gedenken der Opfer von Femiziden. Die Initiative dazu hat die Fraktion Die Linke im Stadtrat zu Leipzig bereits in 2022 gesetzt, nun wurde das über Jahre mit zivilgesellschaftlichen Initiativen und Vereinen erarbeitete Konzept beschlossen.
Dazu erklären Beate Ehms, Sprecherin für Gleichstellung der Fraktion, und Mandy Gehrt, kulturpolitische Sprecherin: „Das Thema Gewalt an Frauen bis hin zu ihrer Tötung muss sichtbar in der Öffentlichkeit sein. Viel zu oft werden Femizide medial abgetan als ‚Familientragödien‘ oder ‚Eifersuchtsdramen‘. Doch es muss klar und unanfechtbar sein:Es sind keine unglücklichen Einzelfälle, sondern die extreme Zuspitzung einer Reihe von Gewalttaten gegen Frauen, die von physischer und psychischer Herabwürdigung, häuslicher Gewalt und Einsperren über Stalking bis zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung reicht. Allein in 2024 sind laut Bundeskriminalamt 132 Frauen in Deutschland durch ihren (Ex-)Partner getötet worden. Die Anzahl frauenfeindlicher Straftaten steigt jährlich.
Am Dorotheenplatz im Leipziger Kolonnadenviertel wird in Zukunft ein Gedenkort Erinnerung und Aufklärung miteinander verbinden. Gleichzeitig soll er Raum für Veranstaltungen und Dialog bieten sowie Impulse für politische Veränderungen setzen. Er soll dazu aufrufen, bei Gewalt gegen Frauen, Kinder und LGBTI nicht wegzusehen, sondern sich couragiert für ein geschlechtergerechtes, friedliches Zusammenleben in Leipzig einzusetzen.
Unser besonderer Dank gilt der Initiative #Keinemehr und den Frauen des Phia e.V. für die engagierte Arbeit an diesem Gedenkort.“
