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Dr. Volker Külow

Entgeltstatistik bildet soziale Realität in Leipzig nicht adäquat ab

Über 108.000 Teilzeitbeschäftigte von Agentur für Arbeit nicht erfasst

Die Agentur für Arbeit veröffentlichte heute eine Berechnung zur Entwicklung der Medianentgelte der sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten in Leipzig.

 

Dazu erklärt Stadtrat Dr. Volker Külow, Sprecher für Gesundheit, Soziales und Senior*innen: „Die heute vorgelegte Statistik der Agentur für Arbeit Leipzig hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Natürlich ist es aus unserer Sicht sehr erfreulich, wenn die Entgelte der Vollzeitbeschäftigten in Leipzig trotz Corona gestiegen sind. Mindestens zwei gravierende methodische Defizite führen jedoch dazu, dass die soziale Realität in Leipzig nicht annähernd adäquat abgebildet wird:

  1. Durch die grobe Skalierung der Verdienstgrenzen (jeweils immer Tausenderschritte) wird der große untere Entgeltbereich im Vollzeitbereich in Leipzig völlig verschleiert, der bei einer bundeseinheitlichen Schwelle von 2.284 Euro liegt und laut einer Studie des WSI-Instituts der Hans-Böckler-Stiftung im Jahr 2020 rund 25 Prozent betrug (https://www.wsi.de/de/arbeitszeiten-entlohnung-im-regionalen-vergleich-29696-unterer-entgeltbereich-34892.htm).
  2. Darüber hinaus verweist die Agentur lediglich im Kleingedruckten, dass „nur Vollzeitbeschäftigte berücksichtigt“ wurden. Während die Bundeagentur für Arbeit für Leipzig aktuell 279.330 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (svB) und damit eine Beschäftigungsquote von 62,3 Prozent ausweist, erfasst die Leipziger Statistik nur 171.225 sozialversicherungspflichtige Vollzeitbeschäftigte. Damit tauchen über 108.00 Teilzeitbeschäftigte in der Leipziger Statistik mit ihren entsprechend geringeren Löhnen und Gehältern überhaupt nicht auf.

Vor dem Hintergrund der explodierenden Energiepreise und der galoppierenden Inflation ist trotz der gestiegenen Entgelte die soziale Situation nicht nur für die ohnehin prekär lebenden 15 Prozent der Leipziger Bevölkerung sehr angespannt. Die von der Agentur für Arbeit Leipzig heute veröffentlichten Zahlen sind aus unserer Sicht daher alles andere als ein Ruhekissen, ganz im Gegenteil: der von uns im Stadtrat geforderte „Schutzschirm gegen Teuerung – 13-Punkte-Garantieplan“ (https://ratsinformation.leipzig.de/allris_leipzig_gremium/vo020?VOLFDNR=2005582&refresh=false) bleibt unverändert aktuell.

Der Löwenzahn

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