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Juliane Nagel

Neonazi-Schläger treffen sich in ehemaligem Zwangsarbeiter*innenlager – Stadt Leipzig muss endlich handeln!

Seit 2017 trainiert das Freefightteam „Imperium Fight Team“ im Gebäudekomplex Kamenzer Straße 10/12. Dieses Objekt war bereits 2008/09 in den Fokus gerückt, weil dort Neonazikonzerte stattgefunden hatten. Im Mai 2009 wurde vor dem Objekt durch zivilgesellschaftliche Akteure zum ersten Mal eine Gedenktafel errichtet. Denn dort, wo sich auch heute noch Neonazis treffen und trainieren, befand sich von 1944 bis 1945 das größte Frauenaußenlager des KZ Buchenwald, das Außenlager „HASAG Leipzig“. In diesem Lager waren über 5.000 Frauen und Mädchen eingesperrt, die schwerste Zwangsarbeit für den Leipziger Rüstungsbetrieb Hugo-Schneider-Aktiengesellschaft (HASAG) leisten mussten. Die Gedenktafel wurde bis heute insgesamt sechs Mal zerstört.

Am Samstag, 15. Juni 2019 findet nun eine weitere antifaschistische Demonstration statt, mit der gegen die Nutzung des Objektes durch Neonazis protestiert wird. (http://ladenschluss.blogsport.eu/2019/06/02/fuer-ein-wuerdiges-gedenken-neonazi-treffpunkt-schliessen/) Besondere Brisanz gewinnt die Thematik dadurch, dass einer der mutmaßlichen Schläger von Mallorca nicht nur zur Fanszene des 1. FC Lok Leipzig gehört, sondern auch im „Imperium Fight Team“ trainiert (vgl. https://www.inventati.org/leipzig/?p=4878). Drei weitere Kämpfer des Teams waren am Neonazi-Angriff am 11.1. 2016 in Leipzig-Connewitz beteiligt.

Juliane Nagel, Stadträtin für DIE LINKE kommentiert:

„Die Nutzung der Kamenzer Straße 10/12 durch gewaltbereite Neonazis muss endlich ein Ende haben. Gleichwohl sich das Objekt in Privatbesitz befindet und der Eigentümer mutmaßlich auch der rechten Szene zuzuordnen ist, muss die Stadt Leipzig endlich handeln und die historische Bedeutung des Areals würdigen. Es kann nicht sein, dass einer der Orte in Leipzig, an denen die Nationalsozialisten Menschen eingesperrt, gedemütigt und kurz vor der Befreiung im April 1945 sogar in den Tod geschickt haben, keinen Platz in der städtischen Erinnerungskultur hat.

Laut meinen Anfragen im Stadtrat liegen der Stadtverwaltung „keinerlei Erkenntnisse zu der Kamenzer Straße 10 - 12 vor“. (vgl. https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1012086) Die Landesregierung dagegen stuft das Objekt als „rechtsextremistisch genutzte Immobilie“ ein ( vgl. Kleine Anfrage Drs. 6/15260 http://edas.landtag.sachsen.de/viewer.aspx?dok_nr=15260&dok_art=Drs&leg_per=6&pos_dok=1&dok_id=undefined)

Die Linksfraktion im Leipzig Stadtrat hat einen Antrag (https://amtsinfo.stl.leipzig.de/ai/___tmp/tmp/45-181100001336404640300/404640300/01545847/47.pdf)  ins Verfahren gegeben, mit dem sie die Stadtverwaltung auffordert, an der Kamenzer Straße 10/12 eine Gedenktafel zu errichten und ein Konzept für die Orte der Zwangsarbeit in Leipzig zu entwickeln. Die Stadt muss zudem alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausnutzen, um die Nutzung der Kamenzer Straße durch Neonazis zu beenden.“