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Franziska Riekewald & Michael Neuhaus

Wo Lebensräume schrumpfen, wächst Leipzig nicht nachhaltig!

Am 20.01.2021 informierte die Stadt Leipzig, dass zwecks einer Baugrunduntersuchung für das Leibniz-Institut für Länderkunde die Gehölze auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz entfernt würden. Mitglieder*innen des NABU Leipzig sorgten mit schnellem Eingreifen vor Ort dafür, dass die Rodungsarbeiten vorerst gestoppt wurden.

Dazu erklärt Michael Neuhaus, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Leipziger Stadtrat: „Scheinbar ohne Vorwarnung hat die Stadt Leipzig beschlossen, dem Wilhelm-Leuschner-Platz einen Kahlschlag zu verordnen. Warum für kleinflächige Baugrunduntersuchungen so viele Bäume und Sträucher beseitigt werden müssen und warum dies ausgerechnet jetzt geschehen soll, obwohl noch gar kein Bebauungsplan vorliegt, erscheint unverständlich. 

Der Verweis der Verwaltung auf die Ausgleichsmaßnahmen, wie Dach- und Fassadenbegrünung oder Neuanpflanzungen, ist wenig hilfreich. Ohne eine Zeitmaschine wird das den Populationen auf dem Leuschner-Platz wohl nur wenig nützen, denn der Ausgleich erfolgt erst nach Abschluss der Baumaßnahmen.

Gerade die von der Verwaltung immer wieder als ‘Allerweltsarten’ bezeichneten Arten, wie Spatzen, finden inzwischen in Leipzig keine Rückzugsräume mehr und werden perspektivisch die Rote-Liste-Arten von morgen sein.“

Franziska Riekewald
, Mitglied im Ausschuss Stadtentwicklung und Bau und stellv. Fraktionsvorsitzende ergänzt: „Wir erwarten eine Erklärung der undurchsichtigen Vorgehensweise. DIE LINKE steht für eine Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes. Wir stehen für Innen- vor Außenentwicklung. Das Gebiet ist sehr gut per ÖPNV erreichbar und damit ideal für die Entwicklung von Wohnungen und Büros. Die Stadt muss jedoch darlegen, dass ihr jetziges Vorgehen rechtskonform ist und nicht Anträgen im Stadtrat entgegensteht. So ist schon seit Juli 2020 ein Antrag von uns im Verfahren, der besagt, dass am Wilhelm-Leuschner-Platz das Konzept des „Animal Aided Designs“ vom Bundesamt für Naturschutz angewendet werden soll.“


         Die Fraktion im Amtsblatt