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Michael Neuhaus

Weg von ökologischer Ordnungspolitik und hin zu Biodiversität!

Die weltweite Biodiversität ist seit Jahrzehnten rückläufig. Seit 1970 sind ca. 60 Prozent der biologischen Vielfalt verloren gegangen. Besonders in Städten ist der Schwund an Tier- und Pflanzenarten gravierend. Dabei kann Biodiversitätsschutz so einfach sein: In allen Städten gibt es natürliche Rückzugsräume. Dazu gehören Parkanlagen und Brachen, aber auch die eher unscheinbaren Baumscheiben, also die erdige Fläche um Straßenbäume herum. Bisher werden Bepflanzungen und Wildwuchs in den Baumscheiben allerdings oft von der Straßenreinigung entfernt.

Die Stadtratsfraktion DIE LINKE hat einen Antrag eingereicht, um die Pflegepraxis der Stadtreinigung diesbezüglich grundsätzlich zu ändern. Dazu erklärt Michael Neuhaus, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion: „Baumscheiben können als kleine, öffentliche Vorgärten von den Bürger:innen genutzt werden und zeitgleich die biologische Vielfalt im Stadtgebiet fördern. Manche Baumscheiben wurden so bereits von Wüstenlandschaften in ökologische Kunstwerke verwandelt. Doch leider macht die Stadtreinigung, bzw. die von ihr beauftragten Unternehmen dem Grün oft den Garaus. Die Stadtverwaltung beruft sich dabei auf das sächsische Straßengesetz. Ziel der Straßenreinigung ist die Herstellung der Verkehrssicherheit.

Eine Beseitigung der Vegetation ist hier aber nicht aufgeführt. Die Anweisung der Stadtreinigung lautet jedoch: Nur, wenn die Baumscheiben mit der ‚Leipziger Mischung’ bepflanzt sind, bleibt die Fläche vom Rasenmäher oder der Motorsense verschont. Das ist absurd, denn den Tieren ist es herzlich egal, ob die Pflanzen aus einer Saatgutmischung stammen, von Bürger:innen im Baumarkt gekauft wurden, oder spontan gewachsen sind. Hinzu kommt, dass die Firmen die Leipziger Mischung oft gar nicht von Spontanvegetation unterscheiden können.

Mit unserem Antrag wollen wir den Wechsel von einer ökologischen Ordnungspolitik hin zu einem biodiversitätsfördernden Management schaffen. Egal ob Spontanvegetation oder Anpflanzung – entscheidend soll zukünftig sein, ob die Vegetation eine Gefahr für die Verkehrssicherheit darstellt. Wenn nicht, soll die Stadtreinigung wachsen lassen. Im Falle einer Verkehrsgefährdung soll der Rückschnitt der Pflanzen auf eine sichere Höhe bevorzugt werden. Jede Vegetation, die die biologische Vielfalt fördert, ist besser als blanke Erde. Dies kann die Spontanvegetation mindestens genauso gut wie die Leipziger Mischung.“­


Der Löwenzahn

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         Die Fraktion im Amtsblatt