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Marianne Küng-Vildebrand

Mensch und Natur nicht genügend berücksichtigt!

Im Frühling 2020 fand eine Bürgerinformationsveranstaltung des Flughafen Leipzig/Halle in Lützschena-Stahmeln statt. Bürgerinnen und Bürger wollten im Vorfeld der Flughafenerweiterung vor allem über die zu erwartenden Mehrbelastungen des Lärms und der Luftverschmutzung informiert werden und dazu ihre Meinungen kundtun, doch gerade dies fand in einer transparenten Art nicht statt.

Nun stellt die Stadt Leipzig in ihrer Stellungnahme zum Planänderungsverfahren fest, dass genau diese zentralen Punkte außer Acht gelassen wurden. Wichtige Unterlagen zu den Themen Flug- und Bodenlärm, Klima, Verkehr und Umweltverträglichkeit.

Die Auswirkungen auf das Stadtklima und die Lärm- und Luftbelastungen werden durch den Ausbau gewaltig zunehmen. Dazu Marianne Küng-Vildebrand, Stadträtin für den Leipziger Nordwesten: "Bis 2032 steigen die gesamten Flugbewegungen um fast 50 Prozent, doch das ist noch nicht die dramatischste Zahl im Zusammenhang mit dem Ausbau. Großraumflugzeuge werden um 70% zunehmen. Damit geht ein erheblicher Anstieg an Lärm und Luftverschmutzung einher, denn Großraumflugzeuge belasten die Umwelt um ein erhebliches mehr als kleinere Fluggeräte. Wenn man aber auch noch die Steigerung der Flugbewegung der Großraumflugzeuge im Tagesverlauf anschaut, zeigt sich eine Steigerung der Nachtflüge um sage und schreibe 163,3% bis 2032! Das ist eine Zunahme seit 2018 von 8.032 auf 21.148 Flüge.

Flughäfen werden in erster Linie für das Allgemeinwohl betrieben, eine solch einseitige Ausrichtung auf wirtschaftliche Interessen ist nicht ausgewogen. Mensch und Natur sind nicht genügend berücksichtigt.

DHL wünscht den Ausbau auf weitere 12 Flugzeugstandplätze, um das Geschäftsmodell der "same day-Lieferungen" auszubauen. Ob das auch für die lokale und regionale Wirtschaft die richtige Strategie ist, bezweifeln wir. Aufgrund der Corona-Krise kämpfen kleine, lokale Händler jetzt schon ums Überleben und haben es schwer gegenüber Konkurrenten wie Amazon, die diesem Geschäftsmodell betreiben zu bestehen."


         Die Fraktion im Amtsblatt