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Franziska Riekewald, Reiner Engelmann, Mathias Weber

LINKE begrüßt ein 365-Euro-Tickt, doch der Weg ist steinig

Die Linksfraktion begrüßt grundsätzlich die Idee eines 365-Euro-Tickets und begreift dieses als wichtigen Zwischenschritt hin zum fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr.

Dazu erklärt Franziska Riekewald, verkehrspolitische Sprecherin:

„Wir freuen uns, dass die Leipziger SPD nach dem Chaos mit der Linie 9 das Thema Attraktivität des ÖPNV nun endlich erkannt hat. Anträge zum Tarifmoratorium, also einem Verbot von Ticketpreiserhöhungen, wurden immer wieder abgelehnt. Umso erstaunlicher, dass die SPD die Preise nun sogar senken will.“

Reiner Engelmann, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion ergänzt:

„DIE LINKE ist sich bewusst, dass allein das 365-Euro-Ticket eine geschätzte Preissenkung von 50 % über alle Abo-Kunden bedeutet. Bei über 100.000 Stammkunden bedeutet dies, dass es den politischen Parteien gelingen muss, ca. 36Mio. Euro jährlich zusätzlich bereitzustellen. Leider reichen die zusätzlichen 36 Mio. Euro jedoch nicht aus, um ein solches Ticket zu schultern. Zwar erbringen die zu erwartenden Fahrgastzahlenzuwächse  mindestens noch einmal 20 Mio. Euro, allerdings verlangen diese  wiederum auch mehr Fahrzeuge, mehr Personal, dichtere Takte, ein erweitertes Netz und damit weitere Gelder.“

Mathias Weber, Stadtrat der Linksfraktion, verweist auf Wien, wo diese Bedingungen geschaffen werden konnten. „Wien macht es vor! Wir sind der Meinung, dass ein solches 365-Euro-Ticket mehr Menschen davon überzeugen wird, den Leipziger ÖPNV zu nutzen. Das führt zu einer Entlastung der Straßen und damit zu mehr Lebensqualität in Leipzig.“

Riekewald weiter: „Die SPD hat erkannt, dass diese Gelder nicht allein aus kommunalen Mitteln finanziert werden können. Hier sei Land und Bund gefragt. Ja, das gilt schon heute. Schon heute ist die SPD in Land und Bund in der Regierungsverantwortung und man findet keine Trendwende, was die offensive Zuwendung zum ÖPNV betrifft. Im Gegenteil die Autolobby wir goutiert, statt diese in die Pflicht zu nehmen.“

DIE LINKE. Leipzig hat in ihren Betrachtungen zum fahrscheinlosen Verkehr die ersten notwendigen Rechnungen und Aufgaben benannt (Thesen von 2014).

Wir nehmen an, dass die SPD Leipzig sehr genau gerechnet und abgewogen hat, deshalb wünschen wir uns, dass die SPD ihre Vorstellungen und Zwischenschritte zum 365-Euro-Ticket offenlegt und zur öffentlichen Diskussion frei gibt.

Thesen der Fraktion zum fahrscheinlosen ÖPNV

 


         Die Fraktion im Amtsblatt