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Rüdiger Ulrich

Übernahme von Auszubildenden

Im Amtsbezirk Leipzig standen im Jahre 2000 für 10.484 BewerberInnen für einen betrieblichen Ausbildungsplatz 6.078 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Von vornherein fehlen also ca. 4.000 betriebliche Ausbildungsplätze. Immer dramatischer entwickeln sich auch die Arbeitslosenzahlen. So haben sich im Dezember 7.223 junge Erwachsene unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 519 mehr als im Dezember 1999. Nur wenn diese Negativentwicklung gestoppt wird, kann es gelingen, die Jugendlichen zu motivieren, hier in Leipzig und in der Region ihre Zukunft zu sehen.

Vor einigen Tagen ging folgende Meldung durch die Presse: „SPD-Landtagsabgeordneter fordert Prämien für junge Leute, die nach Sachsen zurückkehren.“ Als Begründung wurde darauf verwiesen, dass allein 1999 nach Angaben des Statistischen Landesamtes 34.112 Menschen zwischen 15 und 30 Jahren aus Sachsen, 7.601 aus Leipzig, weggezogen sind.

Dieser Wanderungsentwicklung von besonders jungen Leuten – vor allem in Richtung Westen – sollte in der Tat für Politiker aller Klassen Anlass dafür sein, über geeignete Gegenmaßnahmen nachzudenken. Allerdings wäre es sinnvoller, die jungen Menschen gleich hier zu behalten, dann brauchten wir sie nicht zurück zu holen – was allein mit einer Prämie nicht gelingen wird. Junge Leute müssen sehen, dass sie auch im Osten eine Perspektive haben.

Die Lehrstellensituation in Leipzig und in Sachsen ist nach wie vor äußerst kompliziert. Im Amtsbezirk Leipzig standen im Jahre 2000 für 10.484 BewerberInnen für einen betrieblichen Ausbildungsplatz 6.078 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Von vornherein fehlen also ca. 4.000 betriebliche Ausbildungsplätze. Immer dramatischer entwickeln sich auch die Arbeitslosenzahlen. So haben sich im Dezember 7.223 junge Erwachsene unter 25 Jahren arbeitslos gemeldet. Das sind 519 mehr als im Dezember 1999. Nur wenn diese Negativentwicklung gestoppt wird, kann es gelingen, die Jugendlichen zu motivieren, hier in Leipzig und in der Region ihre Zukunft zu sehen.

Natürlich ist uns bewusst, dass die Stadt dieses Problem nicht alleine lösen kann. Hier ist neben der Politik auch die Wirtschaft gefragt. Aber als größter Arbeitgeber kann die Stadtverwaltung ein wichtiges Zeichen setzen, so wie sie dies bei der Bereitstellung von Lehrstellen bereits macht, was wir durchaus anerkennen.

Völlig unzufriedenstellend ist für uns, dass von den Auszubildenden in der Stadtverwaltung nur sehr wenige – die Tendenz ist sogar stark rückläufig – eine Festanstellung bekommen. Die PDS-Fraktion fordert deshalb mit ihrem Antrag, die Zahl der Auszubildenden, die nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen werden, kontinuierlich zu erhöhen. Als einen wichtigen Schritt in diese Richtung sehen wir es als erforderlich an, alle Auszubildenden mit Abschluss für mindestens ein Jahr befristet in städtische Dienste zu übernehmen. Dies würde die Weiterbeschäftigungsmöglichkeiten und die Vermittlungschancen für die ausgebildeten Jugendlichen wesentlich verbessern.

Was in Dresden möglich ist – hier wurde bereits 1996 ein entsprechender Stadtratsbeschluss gefasst – sollte auch in Leipzig machbar sein. Es ist einfach äußerst unbefriedigend, wenn die jungen Erwachsenen, die in der Stadtverwaltung eine gute Ausbildung erhalten haben, sich arbeitslos melden müssen oder aber dann in andere Regionen Deutschlands für immer abwandern. Auch für die Leistungsfähigkeit der Stadtverwaltung selbst ist es wichtig, dass junge Leute integriert werden. Ansonsten, Herr Müller, werden Sie eines Tages feststellen, dass Ihr Personal überaltert ist, der dann dringend benötigte Nachwuchs aber nicht mehr zur Verfügung steht.

Lassen Sie mich mit einer Aussage eines CDU-Bundestagsabgeordneten enden. So war in der FAZ zu lesen, dass dieser Abgeordnete vor einer drohenden Entvölkerung der neuen Länder warnte. Er wies darauf hin, dass bis 2020 zwei Drittel der hier noch Ansässigen sich im Rentenalter befinden wird. Auswirkungen wären: Eine weitere Senkung der Geburtenrate, ökonomische Belastungen – wie Wohnungsleerstand, Fachkräftemangel, sinkende Steuereinnahmen, sinkende Kaufkraft und weitere Schulschließungen.

Ich betone noch einmal, die Stadt Leipzig kann das Problem nicht allein lösen, aber wir können unseren Beitrag leisten. Dazu haben Sie heute Gelegenheit, stimmen Sie unserem Antrag zu.


Presse


Sören Pellmann

Schulstandort rechtsverbindlich sichern!

Zum Antrag „Schulstandort rechtsverbindlich sichern!“ von Fraktion DIE LINKE. im Stadtrat zu Leipzig erklärt Sören Pellmann, Fraktionsvorsitzender:  „Nach mehrfach durch die Stadt Leipzig geäußerter Auffassung wird zur Deckung des Schulbedarfs im Grundschulbezirk Süd der Neubau einer Grundschule auf dem hier in Rede stehenden und dafür geeigneten... Weiterlesen