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Mandy Gehrt

Radio Blau ist ein selbstverwaltetes und basisdemokratisches Projekt

Seit 1995 ist Radio Blau in Leipzig zu hören. Der gemeinnützige Radio-Verein Leipzig als Träger des Projektes wurde bereits im September 1990 gegründet. Neben der Unabhängigkeit als nichtkommerzielles Lokalradio zeichnet sich Radio Blau als ein Radio aus, in dem die HörerInnen selbst zu ProduzentInnen werden können. Radio-Interessierte aller Altersgruppen, mit unterschiedlicher Ausbildung, unterschiedlichen Berufen und verschiedenster Herkunft produzieren eigene Beiträge und wirken aktiv an der Gestaltung des Programmes mit. Das führt zu einer konstruktiven Vielfalt der MacherInnen, der Musik und der Moderationen. Bei Radio Blau haben Senioren und Jugendliche einen festen Sendeplatz im Programm.
Dieses offene nichtkommerzielle Radioformat ermöglicht einen relativ freien Umgang mit Sendeformen und gibt Raum für künstlerische Experimente, z.B. Hörspiele, Features, Klang- und Poetry-Experimente. Neben der Kulturproduktion biete Radio Blau eine Plattform für BürgerInnen, um über Kunst, Musik, Politik und Zeitgeschehen zu berichten, zu diskutieren und lokale Kulturinitiativen und Netzwerke vorzustellen. Radio Blau leistet damit einen entscheidenden einzigartigen Beitrag zur kulturellen und demokratischen Bildung der Leipziger BürgerInnen und ist ein unverzichtbarer Teil der Kulturlandschaft in Leipzig. Viele Institutionen und Einrichtungen der Stadt arbeiten mit Radio Blau zusammen.
Radio Blau ist ein selbstverwaltetes und basisdemokratisches Projekt. Die 49 Stunden Programm pro Woche werden von etwa 150 Ehrenamtlichen gestaltet. Dabei werden sie bisher von AGH- bzw. Kommunalkombi-ArbeitnehmerInnen unterstützt. Durch Kürzungen und Streichungen der Stellen können die Verwaltungs- und Koordinierungsaufgaben, um den täglichen Sendebetrieb zu gewährleisten, dauerhaft nicht mehr abgedeckt werden. Denn der Trägerverein finanziert Miete, Heizung und Strom, Instandhaltung und Neuanschaffung von Technik, Internet und Telefon sowie Büromaterialien ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Nutzungsgebühren und Spenden sowie in geringem Umfang aus zeitlich befristeten Projektmitteln. Mittel für Personal – selbst auf Honorarbasis – können mit den zur Verfügung stehenden ehrenamtlichen Ressourcen nicht zusätzlich erwirtschaftet und verwaltet werden.
Leipzig braucht Radio Blau – Linke fordert Förderung von 15.000 Euro

Die Sächsische Landesmedienanstalt hat erneut ihren aktuellen Haushalt verabschiedet, ohne die Sende- und Leitungskosten der drei sächsischen nichtkommerziellen Lokalradios in ganzer Höhe zu übernehmen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gab es jedoch auf der vergangenen Sitzung am 25. Januar, auf der sich der Medienrat auf eine Übernahme von einem Drittel dieser Kosten für Radio Blau für das erste Quartal 2011 verständigt hat.

Mit dieser Salamitaktik sollte jedoch grundsätzlich Schluss sein. Radio Blau ist aus dem Leipziger Bürgerleben nicht mehr wegzudenken, einmal mehr, seit es selbst verstärkt in die Offensive geht, wie zuletzt bei den Livesendungen aus dem Leipziger Westen. Die konstruktive Vielfalt der ehrenamtlich engagierten ProgrammgestalterInnen ist eine Bereicherung der Leipziger Medienlandschaft und eine wichtige Form der nichtkommerziellen Partizipation Leipziger Bürgerinnen und Bürger.

Vor diesem Hintergrund hat die Fraktion DIE LINKE einen Haushaltsantrag gestellt, die Arbeit von Radio Blau mit 15.000 Euro jährlich aus dem Kulturetat zu fördern. Die Mehrheiten dafür sind noch wacklig. Deshalb appellieren wir vor allem an die SPD-Fraktion im Stadtrat, sich dem Antrag anzuschließen. Immerhin war es die Landtagsfraktion der SPD, die dem Radio-Verein im Dezember 2010 den Demokratiepreis verlieh und damit das ehrenamtliche Engagement derjenigen honorieren wollte, die „seit 15 Jahren ein vielfältiges, innovatives und politisch engagiertes Programm senden“. Doch der mit 550 Euro dotierte Preis reicht nicht aus, um die jährlichen Sende- und Leitungskosten in Höhe von 24.000 Euro sowie die 20.000 Euro Betriebskosten aufzufangen. Soll das Radio bleiben,  muss die öffentliche Hand einspringen.

Gemeinsam mit dem neu gewählten Medienrat der SLM und dem Stadtrat in Leipzig sollte endlich der gordische Knoten durchschlagen werden, damit das Programm von Radio Blau ungehindert und sorgenfrei über den Äther gehen kann.

 

Rein gesetzlich ist eine Förderung auf der Landesebene möglich, es muss aber politisch gewollt sein. In anderen Bundesländern geht es auch

In Dresden und Chemnitz werden die freien Radios vom Kulturamt unterstütz.


Presse


Franziska Riekewald und Siegfried Schlegel

Keine Baustopps für komplexe Straßensanierungen

Mit Unverständnis und Empörung reagieren Stadträtin Franziska Riekewald und Stadtrat Siegfried Schlegel von der Fraktion DIE LINKE als verkehrs- bzw. baupolitische Sprecher auf die Weigerung des Freistaates, einen „förderunschädlichen Baubeginn“ für die komplexe Sanierung der Rosa-Luxemburg-Straße zu genehmigen. Für sie sollen rund 1,8 Millionen... Weiterlesen