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Marco Götze

Nicht allein für den Unterricht baut die Stadt Schulen

NON SCHOLAE VITAM DISCIMUS - Nicht oder nicht allein für die Schule lernen wir, sondern - auch - für das Leben.

Und so kann man auch analog sagen, nicht allein für den Unterricht, baut die Stadt Schulen, sondern auch für das Schulleben drum rum, nicht zuletzt auch für den Stadtteil, in welchem eine Schule steht.

Dass ich so schwungvoll einleite, hat seinen Grund. In diesem Sinne nämlich steht der Änderungsantrag der Fraktion DIE LINKE. Eine heutige Schule braucht eine vernünftige schüler*innengerechte Außengestaltung. Der Hof der Apollonia-v.-Wiedebach-Schule/West ist noch eine Kopfsteinpflaster-Schotter-Piste. Idealerweise erledigen wir das mit der Außengeländegestaltung doch bitte gleich während der zwei Jahre Auszug der Schule, während der Sanierung und des Anbaus zur Kapazitätserweiterung.

Es ist unser Anliegen, realistisch, dass der Schulhof auf mindestens - also wenigstens - einer Seite zum Rückzugszeitpunkt der Schule fertig ist, mit Sitzmöglichkeiten, Sportmöglichkeiten und grünem Klassenzimmer für Freiluftunterricht, so wie das an weiterführenden Schulen Standard sein sollte … und übrigens an Gymnasien des Stadtteils Süd z. T. umgesetzt ist. Daher habe wir Ergänzungspunkte dazu formuliert. Aber diese sind nicht Zuckerguss obendrauf.

Für uns ist Übernahme/Annahme unseres Änderungsantrags die erste Bedingung, dass die Mehrheit der Linksfraktion dieser Vorlage nicht im Wege steht.

Die zweite ist die Übernahme/Annahme - ja Sie hören richtig - des CDU-Änderungsantrags, der Änderungen begehrt hinsichtlich

  • Der Prüfung der Positionierung des Anbaus
  • des nicht Nachdunkelns der Verkleidung
  • der Fensterformen, die dem Bestandsgebäude angepasst werden sollen.
     
    Dritte Vorlagenverbesserung, SPD-Änderungsantrag: auch die Begrünung der Fassade kann dem Gebäude nur gut tun.
     
    Nur mit all dem sind Zustimmung oder Enthaltung überhaupt erträglich. Selbst dann wird mancher noch Probleme mit der Vorlage haben.
     
    Die Geschichte der Vorlage ist kompliziert. Neben der ungünstig verlaufenen Kommunikation über die Planungsstände mit Stadtrat, Stadtbezirksbeirat und Nachbarn über Ort und Gestalt des Anbaus ist es dann eben auch das Planungsergebnis, das dann doch viele etwas entsetzte, mindestens aber Fragen aufwarf. Hinzu kommen die erheblichen Mehrkosten, mit über 3 Mio. Euro wahrhaft kein Pappenstiel. Der erzeugte „Zustimmungsdruck aus Vernunft“ entfaltet erhebliche Gewissensbisse.
     
    Sicher alle hier wollen die räumliche Kapazitätserweiterung für die Apollonia-v.-Wiedebach-Schule. Sicher wollen alle eine Mensa für diese Oberschule.
     
    Sicher wollen alle die
  • Räume für die Schulbibliothek
  • Die Informatikkabinette und finden auch die
  • Photovoltaik-Anlage prinzipiell nett.

Aber: Die Bäume zur Baufreiheit sind zuvor schon mal ratzfatz abgesägt worden.

Eine Verschiebung des Kubus etwa an die Arno-Nitzsche-Straße würde noch mal alte Bäume kosten. Die Zeit ist fortgeschritten - nochmalige Verschiebungsplanung würde Verzug bedeuten. Keiner will die Kapazitätserweiterung stoppen usw. usw.

Das bringt uns in die Sackgasse, quasi „friss oder stirb“, entweder so oder wir richten etwas an. So etwas möchten wir nicht noch einmal erleben. Es bleibt uns, das Unabwendbare zu verbessern.

Sehen Sie es mir nach, dass angesichts dessen und meiner begrenzten Redezeit das Lob für die sicher auch in Teilen gute Planungsleistung des Gebäudes sparsam ausfällt. Für sich genommen, ist das Gebäude funktional, innovativ gar.

Fragen Sie sich jedoch vor Ihrem geistigen Auge: Würden Sie dieses Gebäude so an das Alte Rathaus, das Naturkundemuseum oder ans Leibnizgymnasium auf dem Nordplatz anbauen? Wenn Sie das mit „Nein“ beantworten, haben Sie nicht zwingend ein gestörtes Verhältnis zur Moderne, zum modernen Bauen, sondern vielleicht nur ein Gefühl, was ästhetisch passt oder eben auch nicht.

Bei aller Liebe zur Moderne, die ich als Kunstlehrer teile: Wer stilistische Brüche zum architektonischen Programm erhebt, kann alles überall hin bauen. Das ist immer interessant, schön ist was anderes. Es passt sich nicht wirklich ein.

Es bleibt darüber hinaus

  • eine Fragmentierung des Schulhofes in drei Teile
  • die Verstellung der Altbaufassade
  • die Zerstörung des historischen Bauensembles rings rum
  • das Störgefühl der Nachbarn zu dem Gebäude

und dafür möchte nicht jede und jeder die Verantwortung übernehmen, trotz Einsicht in die Notwendigkeit.

Sofern die Änderungsanträge die Vorlage verbessern, stimmt die Mehrheit der Linksfraktion nicht gegen die Vorlage, ihr zu/oder enthält sich - aber nicht jeder.

Rede zur Vorlage DS 01031 "Kapazitätserweiterung Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Präzisierung VI-DS-05899-NF-21 Sammelplanungs- und Baubeschluss sowie VII-DS-00425-NF-01 Ausstattung und Folgekosten)"

 

 


Presse


Juliane Nagel

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