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Reiner Engelmann

Leider ist der Stausee auch immer von Pleiten, Pech und Pannen begleitet worden

Mit dem heutigen Tag soll nun der Leipziger Stausee und mit ihm ein nicht unerheblicher Teil neuerer Leipziger Stadtgeschichte endgültig aufgegeben werden.
Immerhin haben sich seit 2008 fast 8000 Leipziger für den Erhalt des Stausees geworben und dies auch mit ihrer Unterschrift und Adresse bekundet. Und mit dem Humor eines Cervantes haben diese Wasser per Hand in den Stausee getragen oder haben tapfer die sich ausbreitenden Bäume ausgerissen oder sind beim Stauseelauf aktiv geworden.
Auch die recht hohe Spendenbereitschaft der Leipziger für den Stausee soll nicht unerwähnt bleiben.
Leider ist der Stausee auch immer von Pleiten, Pech und Pannen begleitet wurden. Und die Stadt Leipzig als Bauherr und Besitzer hat da nicht immer die beste Figur gemacht.
Es begann in den 20er Jahren. Damals konnten geplante Großflugzeuge nur auf Wasserflächen starten und landen. Und Leipzig wollte natürlich dabei sein, Leipzig hatte aber keine großen Wasserflächen. Als die Planungen für eine solche Wasserfläche beendet waren, konnten Großflugzeuge auf Betonpisten landen. Der Großflughafen im Leipziger Südwesten war obsolet, gebaut wurde trotzdem.
Man konnte nämlich mit dem Vorfluter, der für einen solchen Stausee notwendig war, eine bombastische Geschiebefalle für die Hochwässer errichten und hatte das Problem der Versandung des Elsterflutbettes gelöst.
Bis dann der Tagebau kam der Stausee mit einem immensen Aufwand verkleinert wurde. Und siehe da der Vorfluter des Stausees hatte wirklich eine Funktion, denn mit rasender Geschwindigkeit versandete dann das Elsterflutbett, was dann wiederum zur Folge hatte, dass man für den erfolgten Aushub Trockenflächen benötigte die wir bis heute in Leipzig Möckern und Großzschocher im Betrieb haben und gar erweitern müssen.
Man merke liebe Damen und Herren der  Stadtverwaltung, jede künstlich geschaffene Fläche trägt Folgekosten in sich, die man bei der Planung gar nicht abschätzen kann.
Warum der Stausee damals nicht ganz aufgeben wurde erschließt sich mir nur, wenn man weiß, dass der Stausee seit 1935 in Hochgeschwindigkeit von den Leipzigern in Besitz genommen wurde. Er erfüllte plötzlich wesentliche Aufgaben der Naherholung, er diente der Fischproduktion und die Fischerfeste sind bis heute im Gedächtnis der Leipziger verankert.
Und meine Damen und Herren durch die Fleischexporte in den Westen war der produzierte Fisch unverzichtbar. (Damit das nicht in falsche Ohren kommt Hungersnot hatten wir hier nicht)
Mit der Verkleinerung des Stausees musste nun der der See künstlich befüllt werden dies übernahmen Pumpen. Und kleinere Vorfluter, die nur klärende Aufgaben hatten.
Die Stromkosten belaufen sich auf etwa 10.000€ im Jahr, die Unterhaltungskosten muss man mit demselben Wert beziffern.
Und damit war das Ende des Stausees aus heutiger Sicht vorprogrammiert. Die DDR überlebte er, nach der Wende bekam er einen ökologischen Anstrich, und mit dem Bankrott der Pächter war niemand in der Stadtverwaltung mehr bereit Verantwortung zu übernehmen und man führte ihn in den natürlichen Tod durch mangelnde Hege und Pflege, wohl wissend, dass der See auch dann Unsummen kosten wird.
Wir werfen schon der Leipziger Verwaltung vor, Tod durch Nichtstun herbeigeführt zu haben. Ich sage dies mit einer gewissen Bedächtigkeit, weil wir auch die Stimmen kennen die sagen welchen Sinn und Zweck hat solch ein See, wenn 100 und 500m Luftlinie Seen mit der vielfachen Größe entstehen und weitere durch den Kiesabbau in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen.
Mein Kollege Grosser wird nachher eine verschärfte Kritik vortragen vor allem zu den vertanen Chancen die in der Aufrechterhaltung des Stausees liegen.
Der 2. Dezember 2008 sollte eine richtungsweisende Entscheidung zur Zukunft des Elsterstausees fallen. Im höchsten Gremium auf Bund-Länder Ebene, dem Steuerungs- und Budgetausschuss des Oberbergamtes wurde über die Mittelfreigabe aus der Braunkohlensanierung in Höhe von 1,25 Mio. € beraten. Die Sanierung des Elsterstausees sollte mit diesen Mitteln angeschoben werden. Der Antrag der Stadt Leipzig schaffte es nicht über den vorberatenden Ausschuss, den Sanierungsbeirat der LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau – Verwaltungsgesellschaft mbH), hinaus und kann nun frühestens im März 2009 erneut beraten werden. Nach Aussage des Pressesprechers des Oberbergamtes in einem Interview, ist der Grund dafür, dass es auf Seiten der Stadt Leipzig zunächst einer klaren Positionierung bedürfe, wie sich die Stadt die Zukunft des Sees vorstellt. Aus diesem Anlass und im Zusammenhang mit dem Beschluss des Stadtrates zur Massenpetition zum Erhalt des Elsterstausees bis Ende 2008 eine Grundsatzentscheidung herbei zu führen, sehen wir dringenden Bedarf zu einem grundsätzlichen Bekenntnis der Stadt und des Stadtrates zum Elsterstausee.
Meine Damen und Herrn, die Hauptschuld an der Schließung der Schließung des Stausees liegt bei der LMBV. Sie hat sich aus der Verantwortung gestohlen. 1,25Mio waren für die Sanierung des Sees vorhanden, dazu hätte sich die Stadt bekennen müssen, hat sie aber nicht, stattdessen hat man auf Zeit gesetzt und den Verfall zugeschaut.
Nach Gutachten und anderen Hinhaltetaktiken ist jetzt der Punkt erreicht, dass der See wahrhaft nicht mehr zu retten ist. Die Standsicherheit der Böschungen ist nicht mehr gegeben, inzwischen ist durch Frost und Bewuchs die Gefahr entstanden, dass die Böschungen bei Hochwasser brechen und wir Hochwasser im Bereich des Stausees unsere gesamte Infrastruktur im Bereich des Stausees und des Cospudener Sees zerstört. Na dann gute Nacht. Und ich glaube nicht dass wir dann die Talsperren Direktion dafür verantwortlich machen können die Schutzeinrichtung liegen im Besitz und der Verantwortung der Stadt.
Ich möchte noch einmal meinen Dank dem Verein danken, der alles versucht hat  den See zu retten. Die Aktivitäten sind auf deren Seite vollständig dokumentiert. Elsterstausee.de
Zwei Wünsche haben wir zum weitern Umgang mit dem See. Erstens sollte man das technische Denkmal Stausee bewahren und zum anderen Sollten die Wege um den ehemaligen See ertüchtigt werden und dafür gesorgt werden, dass diese Wege auch von Fußgängern genutzt werden können und dem ältere Bürger die Angst genommen wird, analog dem Cospudener See Opfer von Verkehrs- Raudies zu werden.
Der Verein wird eine Dokumentation zum Stausee herausgeben und den Umbau begleiten.


Rede zur Drucksache DS 03225 „Weiterentwicklung des ehemaligen Elsterstausees – Grundsatzbeschluss“.


Presse


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