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Mandy Gehrt

Frauen in Leipzig gleichberechtigt würdigen!

Sehr geehrter OBM, werte Bürgermeister*innen, liebe Stadträt*innen der demokratischen Fraktionen, liebe Gäste,

 

In der Ratsversammlung am 12.11.2020 wurde unser Antrag „Leipziger Kolonialgeschichte in die Erinnerungskultur aufnehmen“ mehrheitlich beschlossen. Der Antrag besagt, dass das Thema Leipziger Kolonialgeschichte in das Themenjahr 2022 aufgenommen und mit entsprechenden Formaten und finanziellen Mitteln untersetzt wird. In der Vorlage zum Themenjahr 2022 ist das Thema im Kernvorhaben „125 Jahre Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung“ abgebildet, da es genau auf dieser Ausstellung die sogenannten „Völkerschauen“ gab. Um auch über die STIGA hinaus das Thema Leipziger Kolonialgeschichte zu erforschen und im Stadtraum sichtbar zu machen, wollen wir, dass 20.000€ eingestellt werden, um weitere Vorhaben zu realisieren.

Diese 20.000€ können dem Posten „Reserve“ entnommen werden.

Nun zum Punkt unseres Änderungsantrags, Perspektiven von Frauen einzubeziehen:

Vor nicht allzu langer Zeit, nämlich als wir die Vorlage zur Ausgestaltung des Themenjahres 2021 im Rat besprochen haben, hatte ich in meiner Rede schon darauf hingewiesen, dass die Vorlage „Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre der Stadt Leipzig ab dem Jahr 2021“ mit einem Änderungsantrag beschlossen wurde. Der Beschlusstext wurde um einen Punkt 3 ergänzt, dieser besagte: „Die Stadt Leipzig entwickelt zu den jeweiligen Themenschwerpunkten eine Perspektive auf den Beitrag von Frauen zur Stadtgeschichte und bezieht entsprechende Jubiläen von Frauen und Institutionen gleichberechtigt ein.“ Nachdem das in der Planung des Jahres 2021 versäumt wurde (wir Stadträtinnen das mit einem Änderungsantrag korrigieren mussten) hatten wir die Stadt aufgefordert, dass für die Planung der folgenden Themenjahre zu berücksichtigen - also den Ratsbeschluss, der den Punkt 3 beinhaltet, umzusetzen.

Werfen wir nun einen Blick in die Vorlage zum Jahr 2022, stellen wir fest, dass in den Kernvorhaben wieder nur männlichen historischen Persönlichkeiten vorkommen und gewürdigt werden (Walter Hofmann, Henri Hinrichsen, Barnet Licht, der 150. Geburtstag von Herman Heinrich ter Meer, der 60. Todestag von Theodor Litt und 175. Todestag von Felix Mendelsohn Bartholdy).

Mädchen und Frauen werden lediglich im Vorhaben des Schulmuseums zur Ratsfreischule erwähnt. Es handelte sich hier aber nicht um eine Mädchenschule, sondern um eine städtische kostenfreie Schule für die einfache Bevölkerung, zu der Mädchen erstmals auch Zugang hatten. Die Hochschule für Frauen in Leipzig und Henriette Goldschmidt wird nur im historischen Abriss erwähnt, kommt aber in den Kernvorhaben selbst nicht vor.

Eins kann ich ihnen sagen: Ich bin vor elf Jahren nicht als Feministin in den Stadtrat gegangen, aber ich bin zu einer geworden; unter anderem genau wegen dieser Blindheit gegenüber Frauen, wie sie in solchen Vorlagen leider immer wieder zum Ausdruck kommt. Die Stadt hat es doch selbst in der Hand, die Geschichte Leipzigs so fortzuschreiben, dass Frauen gleichberechtigt gewürdigt werden, warum wird das also nicht getan?

Es gibt genügend Beispiele, die auch in das Jahresthema passen würden, z.B. das Wirken von Hedwig von Holstein (200. Geburtstag), die das Musikleben in Leipzig und mit ihrer Holstein-Stiftung unbemittelte Musikstudierende förderte, oder Auguste Schmidt (220. Todestag), die sich als Pädagogin, Schulvorsteherin, Publizistin und im Vorstand von Frauenvereinen über vier Jahrzehnte für die Mädchen-, Frauen- und Lehrerinnenbildung einsetzte oder das Jubiläum 300 Jahre Musikalisch-literarischer Salon der Christiana Marina von Ziegler, oder die Pädagogin Henriette Eleonore Grabau-Bünau (270. Todestag) und viele mehr, könnten im Themenjahr 2022 gewürdigt werden...

In unserem ÄA fordern wir deswegen, dass Lebensleistungen von Frauen sowie Jubiläen, die Frauen betreffen, vor allem in den Kernvorhaben herausgearbeitet werden und auch darüber hinaus in der öffentlichen Ausschreibung gefördert werden.

Und selbstredend möchte ich diese Rede nicht zur Vorlage Themenjahres 2023 wieder halten müssen. Wir erwarten ein Umdenken und dass der Beschlusspunkt 3 aus der Vorlage „Weiterentwicklung Jubiläen und Themenjahre“ zukünftig konsequent umgesetzt wird.

 

Zum letzten Punkt unseres ÄA wird Herr Kumbernuß noch etwas sagen. Wir wünschen eine punktweise Abstimmung. Und wir bitten Sie natürlich, allen Punkten zuzustimmen

 

Vielen Dank

 

 

 


Presse


Adam Bednarsky

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