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Reiner Engelmann

Wir sind mit unseren Gedanken zum Elsterbecken nicht allein

Das 2650m lange und 155m breite Elsterbecken fällt über die Länge um 10cm. D.h. die sich aus den Baumaßen ergebende Fließgeschwindigkeit ist sehr geeignet, alle ankommenden Sedimente der Elster und Pleiße auch dort zu lassen. Dies war anfangs auch so gewollt, man hat mit voller Absicht keine Fließrinne geschaffen, sondern durchgängig 1,5m Tiefe gestaltet.

Die Entscheidung der Stadtverordneten für diesen Bau ist nachvollziehbar, regelmäßige Hochwässer überfluteten die Stadt ein Jahrhunderthochwasser im Jahr 1909 beschäftigte die Stadtgesellschaft, auch war Leipzig zu jener Zeit auch noch ohne jedes größere Gewässer, selbst Auensee, Bagger und Elsterstausee gab es damals noch nicht. So ist die damalige Sehnsucht nach einer großen multifunktionalen Wasserfläche verständlich.

Schon im Jahr nach der Fertigstellung 1925 musste man das Elsterbecken von den Sedimenten beräumen. Damals ein Segen, man verfüllte damit alte Elster und das Kuhburger Wasser und gewann mit den Sedimenten Bauland.

Was unsere Vorgänger in der Leipziger Stadtverordnetenversammlung 1911 nicht sahen, war, dass die Sedimente die man oben gewann unten fehlen würden. Faktisch unfreiwillig hat die Stadt Leipzig dazu beigetragen, dass das Heiligtum der Leipziger hier der nördliche Leipziger Auwald mehr und mehr entwässert wurde.

Zur Erklärung, die nachfolgenden Gewässer waren sedimentfrei und durch ihre Enge - schnell fließend, dadurch rissen und reißen diese die Gesteine im unteren Bereich mit und vertieften so die Elster und Nahle. Das wiederum führt zur Entwässerung des Auwaldes.

Eine schöne kausale Kette, die als Lehrbeispiel für ökologische Determiniertheiten dienen kann.

Leider kam etwas hinzu, was die Stadtverordneten nicht sehen konnten, die Industrialisierung im Südbereich und die mangelhafte Klärung der Abwässer, all das führte dazu, dass die Sedimente mehr und mehr Sondermüll wurden.

Nun weiß die Linke das Olympiabewerbung und Hochwasserschutzkonzept seinerzeit eine Einheit bildeten, aber es ist Zeit vergangen und es kam nicht alles, wie wir es uns vorgestellt haben und wir haben deshalb vorgeschlagen, den Teil zu hinterfragen, der den Betrieb des Elsterbeckens betrifft. Wir meinen, dass man zwei Varianten wieder neu diskutieren muss, ein mäandrierender Fluss im Elsterbecken oder eine ruhende Wasserfläche außerhalb der Hochwasserzeiten. Beides ist besser als der derzeitige nicht zu tolerierende Zustand.

Mit großer Freude hat die Linke Leipzigs festgestellt, dass wir in unseren Gedanken zum Elsterbecken nicht allein sind.

So schreibt der B U N D Leipzig in einen Schreiben an alle Fraktionen, indem diese sich mit dem grottenschlechten und auseinandersetzungsscheuen Verwaltungsstandpunkt auseinandersetzen:

Der vorliegende Antrag ist mit Verwaltungshandeln nicht erfüllt, weil

a)  in der Vorlage zum RBIII-1563/04 [1] eine Elsterbeckenumgehung als alternativlose Lösung dargestellt wurde und der im Antrag geforderte Vergleich zur Flusslandschaft bzw. zum Ist-Zustand nicht enthalten war,

b)  gemäß Kooperationsvereinbarung von 2011 [2] wesentliche Änderungen durch den Stadtrat zu bestätigen sind und damit von ihm auch eingebracht werden können.

Und dann folgt eine wunderschöne Beschreibung, wie das Elsterbecken in der Zukunft aussehen kann.

Damit die oberste Wasserbehörde auch mit einbezogen wird wurde ein Änderungsantrag formuliert, den die Kollegen von den Grünen als Änderungsantrag eingebracht haben.

Wir übernehmen diesen Änderungsantrag.

Ich bitte Sie meine Damen und Herren Stadträte und Sie Herr Oberbürgermeister, stimmen Sie dem Antrag zu, eine neue Güterabwägung zum Elsterbecken ist geboten und sollte nicht auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben werden.


Rede zum Antrag der Fraktion DIE LINKE A 06560 „Perspektive des Elsterbeckens". Er wurde leider abgelehnt.


Presse


Siegfried Schlegel

Werner Heiduczek hat sich vielfältige Verdienste um Leipzig erworben

Bereits 1969 lernte Stadtrat Siegfried Schlegel den Schriftsteller Werner Heiduczek  persönlich kennen. Schlegels Eltern arbeiteten damals wie auch zeitweilig Werner Heiduczek als Dozent für Deutsch als Fremdsprache am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1969 fand im Spätsommer ein Internationaler Deutschlehrerkongress in Leipzig... Weiterlesen