Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen

Sören Pellmann

Die wachsende Stadt braucht lebenswerte Freiräume auch im Zentrum

Eines vorweg, die Fraktion DIE LINKE wird heute mit großer Mehrheit der Vorlage sowie dem Änderungsantrag der CDU-Fraktion, außer im Punkt b, zustimmen und logischerweise auch dem gemeinsamen Änderungsantrag von Linken und Bündnis 90/Die Grünen. 
Da sich für den guten Kompromiss eine Mehrheit abzeichnet, wurde in der Fraktion auch keine Diskussion um eine Absetzung der Vorlage bzw. Vertagung auf einen „St. Nimmerleinstag“ geführt, wie dies einzelne Änderungsanträge im Kern vorschlagen. Ebenso finden Vorschläge mit seit langem ausdiskutierten und nicht vorwärts gerichteten Lösungen in unserer Fraktion keine Mehrheit. 
Zu den Änderungsanträgen wird sich dann mein Kollege Siegfried Schlegel noch äußern.
Entgegen anderslautender Behauptungen in den letzten Tagen haben zur Entwicklung des Wilhelm-Leuschner-Platzes allein 2010 drei Bürgerforen im Rahmen der Werkstatt zur Städtebaulichen Entwicklung des Gesamtareals und der Ausarbeitung des Bebauungsplanes stattgefunden.
Intensive Öffentlichkeitsbeteiligung  fand auch zur Standortentscheidung sowie zum Wettbewerb Freiheits- und Einheitsdenkmal 2011 und 2012 statt. 2014 gab es zwei weitere Foren. 
Deshalb bedarf es nach über zwei Jahren Debatte über die Inhalte in den Stadtratsgremien nunmehr der grundsätzlichen Weichenstellung durch den heutigen Beschluss zu den Leitlinien, um diesen Prozess weiter führen zu können.
In das Reich der Legenden gehört deshalb auch die Behauptung, dass wegen des Freiheits- und Einheitsdenkmals die Dimensionierung des Freiraums des Areals Wilhelm-Leuschner-Platz bestimmt wurde. Die Standortentscheidung zum Freiheits- und Einheitsdenkmals wurde vielmehr erst am 18. Mai 2011 auf Grund der gewählten Großzügigkeit für den Freiraum von rund 20.000 m² auf dem Areal als zusätzlicher Vorschlag aus einem Pool weiterer Standortvorschläge getroffen
Seit wenigen Wochen wird die provisorisch gestaltete, zukünftig multifunktionale Platzfläche des Wilhelm-Leuschner-Platzes bereits vielfältig genutzt. Nunmehr können Erfahrungen gesammelt werden, die Grundlage eines späteren Wettbewerbs zur attraktiven Gestaltung des Platzes mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten sein können. Da Leipzig bevölkerungsmäßig stark wächst, werden auch mehr öffentliche und nicht kommerzielle Freiräume in innerstädtischen Lagen gebraucht. Durchgrünte Freiräume im Stadtzentrum wie am Thomaskirchhhof, in der Reichsstraße oder auf dem Richard-Wagner-Platz zeigen dies überzeugend. Markt und Augustusplatz mit rund 9.000 m² können dies wegen ihrer Größe und überlagerten Nutzungen sowie festen Bauwerken nur sehr begrenzt leisten. Ausnahmslos großmaßstäblich in der Gebäudehöhe sowie den Freiräumen ist innerhalb der drei vorgesehenen Bauquartiere auch eine Kleinteiligkeit für DIE LINKE vorstellbar, wenn dies mit der Gebäude- und Nutzungsstruktur übereinstimmt.
Das schließt eine vertikale Nutzungsmischung mit Wohnungen in den oberen Geschossen ein. Die große Platzlösung ist nötig, um einen multifunktional nutzbaren und ausreichend dimensionierten Platz z. B. für das Stadtfest oder eine Weihnachtsmarkterweiterung und anderseits Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität zu haben. Anders als in den letzten Tagen immer wieder gebetsmühlenartig behauptet, geht es uns also nicht um einen grauen asphaltierten „Exerzierplatz“. Nein, es geht um einen Freiraum mitten Leipzig, den wir uns mit Wiese, Spielplatz, Bäumen, Freisitzen usw. vorstellen. Wir sollten uns in einer wachsenden Stadt wie Leipzig, ganz bewusst solche Freiräume gönnen.
Aufbauend auf den Ergebnissen der durchgeführten Workshops und Foren sowie der Bürgerbeteiligung wäre es möglich, auf einen internationalen städtebaulichen Wettbewerb zu verzichten und stattdessen Einzelwettbewerbsverfahren für die drei Bauquartiere sowie einen landschaftsplanerischen Wettbewerb zum Freiraumkonzept zu organisieren.

Rede zur Drucksache DS 1690 "Leitlinien für die Weiterführung des Aufstellungs­verfahrens zum B-Plan 392 „W.-Leuschner-Platz/ Ost“


Presse


Franziska Riekewald und Siegfried Schlegel

Keine Baustopps für komplexe Straßensanierungen

Mit Unverständnis und Empörung reagieren Stadträtin Franziska Riekewald und Stadtrat Siegfried Schlegel von der Fraktion DIE LINKE als verkehrs- bzw. baupolitische Sprecher auf die Weigerung des Freistaates, einen „förderunschädlichen Baubeginn“ für die komplexe Sanierung der Rosa-Luxemburg-Straße zu genehmigen. Für sie sollen rund 1,8 Millionen... Weiterlesen