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Siegfried Schlegel

Kunstrasenplätze ermöglichen eine intensivere Nutzung

Da ich mehr als zwölf Jahre meines Berufslebens dem Bau von Sportstätten gewidmet habe, möchte ich das Thema aus baufachlicher und städtebaulicher Sicht betrachten.

Im Gegensatz zum Antragsteller SPD-Fraktion ist für die Fraktion DIE LINKE nicht die bevorstehende Fußballeuropameisterschaft 2024 Grund, der Neufassung des Antrags Sonderprogramm Kunstrasenplätze zuzustimmen. Maßgebend ist vielmehr, dass in einer bevölkerungsmäßig wachsenden, mit größerer baulichen Dichte bei gleichzeitigem Wunsch nach grün gestalteten Freiräumen, Möglichkeiten zum Bau von neuen Sportplätzen -  auch für Fußball - nicht unendlich sind. Deshalb ist nach Wegen zu suchen, wie vorhandene Sportrasenplätze tages- und jahreszeitlich länger und intensiver genutzt werden können. Dies ist auch notwendig, schlagen doch die laufenden Unterhaltungs- und Betriebskosten pro Jahr bei einem 7.500 m² großen Kunstrasenplatz mit rund 105 gegenüber 95.000 Euro bei einem Naturrasenplatz zu Buche. Auch die Investitionskosten sind über die Gesamtlaufzeit viermal so hoch wie bei einem Naturrasenplatz. Zunächst überraschte mich das Ansinnen,  500.000 Euro nicht für fünfJahre, sondern pro Jahr einzustellen. Also ist von Interesse, wieviele Kunstrasensportplätze mit diesem Geld geschaffen und unterhalten sowie genutzt werden können. Während ein Naturrasenplatz nur rund 900 Stunden pro Jahr genutzt werden kann, eingeschlossen die nicht Bespielbarkeit im Winter, können Kunstrasenplätze mindestens 1.300 Stunden und bis in die Wintermonate hinein, also fast eineinhalb Mal so lange genutzt werden.

Wenn man sich auf Kunstrasensportplätze einlässt, kann das nicht eine einmalige Kampagne sein, sondern muss wohl durchdacht und langfristig angelegt werden. Auch für Nutzer stellen sie eine Herausforderung in der Pflege und Unterhaltung dar. Angesichts der dauerhaft hohen Kosten müssen deshalb bei der Standortwahl unbedingt die Sportvereine einbezogen und gemeinsam eine Liste über die Reihenfolge der künftigen Kunstrasenstandorte erarbeitet werden. Hinsichtlich der Gesamtkosten für Bau sowie Unterhaltung und Sanierung war auch ich überrascht.

Derzeit wird umfangreich mit den organischen Füllmaterialiengemischen Kork und Kokosfasern geworben. Diese werden erst seit wenigen Jahren eingesetzt, so dass noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Negative Erfahrungen wurden auch in Leipzig mit Holzkonstruktionen im Außenbereich gemacht. So ist es nicht akzeptabel, wenn eine Leichtbauholzbrücke nur eine Lebensdauer von 15 Jahren hat oder Holzspielgeräte auf Spielplätzen nur rund zehn Jahre sicher sind. Gleiche Erfahrungen wurden mit den Holzbohlenwegen und -rampen am Cospudener See gemacht, die schrittweise durch Bauteile aus Kunststoffrecyclingmaterial ersetzt werden. Ökologisch und wirtschaftlich sind Baukonstruktionen im Außenbereich nur, wenn auch ihre Langlebigkeit beachtet wird.

Fazit: mit Erstellungskosten von 1 Million Euro kann bei einem Eigenanteil von 500.000 Euro pro Jahr bei vorausgesetzter 50%-iger Förderung nur ein Kunstrasenplatz in unserer Stadt neu gebaut und langfristig unterhalten werden. Aus den genannten und weiteren Gründen kann das Projekt Kunstrasensportplätze in Leipzig nicht kampagenartig angelegt sein, sondern muss wohlbedacht werden.   

Rede zum Antrag VI-A05755-NF-03 „Sonderprogramm Kunstrasenplätze und Änderung Sportförderrichtlinie“ der SPD-Fraktion.
 


Presse


Siegfried Schlegel

Werner Heiduczek hat sich vielfältige Verdienste um Leipzig erworben

Bereits 1969 lernte Stadtrat Siegfried Schlegel den Schriftsteller Werner Heiduczek  persönlich kennen. Schlegels Eltern arbeiteten damals wie auch zeitweilig Werner Heiduczek als Dozent für Deutsch als Fremdsprache am Herder-Institut der Karl-Marx-Universität Leipzig. 1969 fand im Spätsommer ein Internationaler Deutschlehrerkongress in Leipzig... Weiterlesen